Simply Red - das letzte Konzert

Von: Bernd Büttgens
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Good-bye mit Sonnenbrille: Mick Hucknall verabschiedete sich in Köln mit seiner Band Simply Red vom deutschen Publikum. Foto: Thomas Brill

Köln. Die gute Botschaft für alle Fans ist nicht mehr ganz taufrisch: Ja, Mick Hucknall, der charismatische Frontmann der britischen Popband Simply Red, macht solo weiter. 2008 hat er das mit seinem Debütalbum, das deutlich näher an die Wurzeln des Souls und Blues heranrückte, schon angekündigt.

Von daher, ein paar Tränen gibt es zwar beim letzten Deutschland-Konzert der großangelegten Simply-Red-Abschiedstour am Mittwochabend in der ausverkauften Kölnarena, aber kaum Wehmut.

Es ist ein tadelloser, ein stimmungsvoller Abend in Köln. Wenn man sich damit abfindet, dass der einzige Zugabe-Block, der mit dem Klassiker „Holding back the Years” endet, dann auch tatsächlich das Konzertende nach 105 Minuten bedeutet. 78 Abschiedskonzerte rund um den Erdball à 105 Minuten - und das nach 25 gemeinsamen Jahren - da kommen ganz ordentlich Farewell-Partystunden zusammen.

Das Kölner Konzert ist ein Fest für die Sinne. Optisch wird dies ansprechend geregelt durch gut dosierte Videoeffekte und eine feine Lichttechnik, die das fast schon an die moderne Oper erinnernde Bühnenbild wirken lässt. Musikalisch ist die sechsköpfige Band ohnedies auf feinstem Niveau. Und emotional wird der Abend von Mick Hucknall energiegeladen und mit dieser unfassbaren Soulstimme getragen.

Der 50-jährige Rotschopf trägt an diesem Abend eine dicke Sonnenbrille, was man erst richtig versteht, wenn er bei der Zugabe das Gestell in die Locken steckt: Eine solche Tour hinterlässt Spuren, keine Frage.

Stellt sich am Ende aber die Frage, warum Simply-Red-Konzerte bestuhlt angeboten werden? Weil das Publikum 40plus ist? Weil diese feine Popkunst, die sich am modernen Soul und Rhythm&Blues orientiert, fast klassischen Charakter hat? Spätestens bei „You make me feel brandnew” wird die Sitzordnung zugunsten einer wilden Party vor der Bühne aufgelöst. Der Rest ist diese facettenreiche Hitparade, alle Welterfolge am Stück, 25 Jahre Popgeschichte im Zeitraffer. Und es endet gut: mit dem Wissen darum, dass Mick Hucknall wiederkommen wird.
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