Silje Nergaard auf Burg Wilhelmstein: Schlicht und einfach ein Genuss

Von: Andreas Herkens
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Wunderbarer Auftritt: Silje Nergaard mit den Gitarristen Havar Bendiksen (links) und Hallgrim Bratberg. Foto: Karl Stüber

Würselen. Um es gleich zu Beginn zu sagen: Silje Nergaard zu lauschen, ist schlicht und einfach ein Genuss. Die norwegische Sängerin und Songschreiberin nimmt unweigerlich gefangen – mit ihrem natürlichen, ungezwungenen Auftreten, ihrer warmherzigen, humorvollen Art im Umgang mit Publikum und Musikern sowie beim Plausch mit Fans nach dem Konzert, und mit ihrem Gesang, der nicht auf spektakuläre Stimmakrobatik setzt, aber die Seele wunderbar streichelt.

So war es dann auch am sommerlichen Mittwochabend auf Burg Wilhelmstein in Würselen-Bardenberg. Die 100 Minuten gingen vorbei wie im Fluge.

Die 50-Jährige wird meist dem Jazz zugeordnet. Das ist im Prinzip auch richtig. Aber sie steckt den Rahmen weit. So spielten auch auf der Burgbühne Einflüsse aus Blues, Folk und Pop eine Rolle, blickte sogar mal ein wenig südamerikanisches Temperament durch.

Silje Nergaard wurde lediglich von ihren beiden Gitarristen Havar Bendiksen und Hallgrim Bratberg flankiert, die allerdings mehr waren als nur Begleiter. Immer wieder warfen sich die drei die Bälle gegenseitig zu. Und die Wirkung dieser Reduzierung auf das Wesentliche war enorm: Silje Nergaards Stimme schwebte über dem dichten Saitenteppich.

Stücke von ihrem aktuellem Album „Chain Of Days“ standen auf dem Programm, etwa „Buckle Her Shoes“ mit leichten Country-Anklängen oder das ein wenig varietémäßig vorgetragene „Lady Charlotte“. Beim norwegischen „Morgenstemning“ – und das am Abend – mit Nergaard am Piano machte sich der Himmel bereit zum Sonnenuntergang... Aber es gab auch ältere Perlen aus ihrem Repertoire. Berührend: David Bowies und Pat Methenys „This Is Not America“. Beim Klassiker „Let There Be Love“ schnipsten viele Zuhörer mit den Fingern und sangen leise mit. „Gods Mistakes“ groovte herrlich.

Und dann noch ein Gänsehautfinale: Als zweite Zugabe brachten die drei den Evergreen „Dream A Little Dream“ ohne Mikros und Verstärker, ganz nah an den rund 350 Zuschauern. Die klatschten derart, dass die Sängerin noch einmal alleine auf die Bühne kam und einen letzten Song am Piano darbot. Dieses hatte zwar den letzten Ton, aber die Stimme hallte irgendwie weiter – in den Köpfen, in der Seele. Es war halt ein Genuss.

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