Seine Schaffenskraft ist ungebrochen

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
schaffbild
Er hat noch viel vor: Prof. Ludwig Schaffrath in seinem Atelier. Der international renommierte Alsdorfer Glaskünstler wird am Montag 85 Jahre alt. Foto: Beatrix Oprée

Alsdorf. „Wenn ich diese Arbeit sehe, bin ich richtig glücklich.” Professor Ludwig Schaffrath, der am Montag 85 Jahre alt wird, verweist auf sein jüngstes Werk: Die schlichte evangelische Kirche in Schwalmtal-Amern ist durch die Hand des Meisters zum Schmuckstück und damit in die reich gefüllte Schatzkiste seines Lebenswerks aufgenommen worden.

Hinter dem niederrheinischen Altar auf der Sichtbetonwand, architektonischer Charme der späten 60er Jahre, symbolisiert der Künstler Gottes Kraft in Gestalt eines Kreuzes, geformt aus 280 Jahre alten Bohlen des früheren Pfarr- und Schulhauses von Waldniel und eingefasst in den Farben des Regenbogens. Die 4700 Seelen fassende Gemeinde ist nun stolz, einen „echten Schaffrath” zu besitzen, und diese Freude wärmt dem weltweit hochgeschätzten Maler das Herz. So sehr, dass er der Gemeinde unmittelbar nach der Einweihung des Altarbilds noch einen Entwurf für ein Taufbecken gezeichnet hat.

Ludwig Schaffraths Schaffensdrang ist ungebrochen, auch am Abend seines Lebens, „zwischen Atelier und Dialyse”, unbeeindruckt von schwerer Krankheit. Alleine in Aachen finden sich an über 40 öffentlichen Gebäuden Werke von ihm, eine Konzentration, wie sie wohl kaum ein Künstler in einer Stadt nachweisen kann. Es ist fünf Jahre her, dass er seinen „Schwanengesang” begonnen hat, 2,50 mal ein Meter große Glasmosaiken, in denen er Assoziationen seines reichen Lebens verarbeitet, Emotionen und Eindrücke von Erlebtem genauso wie Erinnerungen an schon in frühester Jugend verehrte Persönlichkeiten.

Nicht weniger als 30 Bilder sind mittlerweile fertig, weitere Entwürfe auf Karton warten auf ihre Umsetzung. Sie umfassen den gesamten Kanon seiner ganz persönlichen Formensprache, von skeletthaften Strukturen über energische Geradlinigkeit bis zu lebensfrohen Schwüngen. Mal in verhaltener Farbigkeit, mal voller leuchtendem Ausdruck.

Längst fertig sind auch die Entwürfe für die letzten fünf Fenster der Aachener Grabeskirche St. Josef. Von 1971 bis 74 hat Ludwig Schaffrath insgesamt 19 Fenster für die damalige Pfarrkirche geschaffen, die Ausgestaltung des Chors fehlt noch. Schwarzes in federnde Schwünge mündendes Glas soll die gotischen Bögen einmal dominieren, abgesetzt durch Klarglas und segmentiert durch schmale rote Linien. Die Ausführung will er noch erleben, ebenso wie den Bau der von ihm entworfenen Kapelle für Barbara, die Schutzheilige der Bergleute, auf dem Gelände der Grube Anna in seiner Heimatstadt Alsdorf, die 1992 geschlossen wurde.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert