Schumann-Quartette bei den „Spannungen”

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:

Heimbach. Streichquartette von Franz Schubert bildeten die Eckpfeiler des zweiten Konzerts der „Spannungen” in Heimbach.

Nach verschiedenen mehr oder weniger gelungenen Versuchen in den letzten Jahren, Beethoven-Quartette in spontanen Besetzungen auf gewohnt hohem Niveau aufzuführen, wurde die Aufgabe damit nicht leichter.

Das Quartett in d-Moll „Der Tod und das Mädchen” setzt nicht nur enorme spieltechnische Anforderungen und eine tiefe geistige Auseinandersetzung mit dem Riesenwerk voraus, sondern auch eine Homogenität im Zusammenspiel. Antje Weithass und Christian Tetzlaff (Violine), Rachel Roberts (Viola) und Tanja Tetzlaff (Violoncello) kennen sich immerhin sehr gut, so dass ein erstaunlich enges Einvernehmen hörbar wurde. Mit großer dynamischer Spannweite und bohrender Intensität wirkten die Ecksätze wie Psychogramme des von Todesangst durchschüttelten Mädchens aus dem gleichnamigen Lied, kontrapunktiert vom entrückten, überirdisch schönen Gesang des sanften Todes im langsamen Variationssatz. Eine Einspielung, die klanglich vielleicht nicht so rund wie die perfekt aufeinander eingespielter Ensembles gelang, die aber in jedem Takt unter die Haut ging.

Ein Eindruck, den die Formation mit Christian Tetzlaff, Gustav Donderer, Tatjana Masurenko und Gustav Rivinius zu Beginn des Abends mit Schuberts Quartettsatz in c-Moll bereits vorwegnahm. Tatjana Masurenko glänzte zusammen mit Lars Vogt auch mit einer intensiven Darstellung von Benjamin Britten „Lachrymae” für Viola und Klavier. Die Bläser waren unter anderem mit Leo Janáčeks Erinnerungen an seine durchwachsen glückliche Kindheit, „Mládi” für Bläsersextett, vertreten, ausgeführt von Spitzenkönnern wie Andrea Lieberknecht (Flöte), François Leleux (Oboe) und Marie-Luise Neunecker (Horn).

Heute Abend stehen Werke von Richard Strauss, Widmann, Saint-Saëns und Olivier Messiaen auf dem Programm. Die Konzerte sind ausverkauft, flexible Besucher können jedoch auf Rückläufe an der Abendkasse hoffen.
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