Schotten mit Startschwierigkeiten

Von: Verena Müller
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„Guten Abend!”: Alex Kapranos, Frontmann der Band Franz Ferdinand, konnte sich im Palladium über 4000 Fans freuen. Foto: Thomas Brill

Köln. Die Ärmel der schwarzen Lederjacke hochgekrempelt, das linke Bein zum ersten Gitarrenriff hoch in die Luft geworfen und los geht´s. „Guten Abend!” ruft der Frontmann von Franz Ferdinand, Alex Kapranos, auf Deutsch in die Menge. 4000 Fans - Typ: bebrillte Geschichtslehrerin im Referendariat und Politologe Anfang 30 auf Jobsuche - sind angereist, um die schottischen Indie-Rocker zu erleben.

Die setzen auf Nummer sicher und preschen im Polka-Rhythmus mit „Dark side of the matinee” von ihrem Debüt-Album und dem ebenso bekannten und energischen „Do you want to” vom zweiten Album nach vorne.

Das Publikum beißt an, nur die Band selbst (neben Sänger Alex Kapranos Nicholas McCarthy am Keyboard, Paul Thomson am Schlagzeug und Robert Hardy am Bass) scheint noch nicht in Party-Laune.

Aus dem neuen Album

„No you girls” vom neuen Album schleppt sich einen Tick zu lässig dahin, bei „Walk away” muss man fast Angst haben, dass die Jungs bei den langgezogenen Vokalen „Aaaawaaaaahey” in Gähnen enden. In die Gänge kommen die Glasgower erst mit dem stampfenden und verschachtelten „Take me out”, mit dem sie 2004 den endgültigen Durchbruch schafften.

„Falls jemand von den sieben Leuten, die bei unserem ersten Konzert vor fünf Jahren hier in Köln waren, jetzt hier sind: Das ist für euch!”, ruft Kapranos. Johlend dankt das mit kaltweißem Strobofeuer bombardierte Publikum. Für die, denen der Blick auf die Band versperrt ist und die sich schon die ganze Zeit über den miserablen, dünnen Sound im Palladium aufregen, bieten immerhin die Videoprojektionen Unterhaltung.

Zu mäandernden Doors-Anspielungen explodieren bunte Iris, zu Kraftwerk ähnelnden Elektro-Sequenzen tanzen Frauenschattenrisse vor Wolkenkratzern, immer wieder fliegen Schleiereulen durchs Bild. Nach 45 Minuten verlässt die Band dann schon überraschend die Bühne. „Frechheit”, meinen viele enttäuschte Fans kopfschüttelnd.

Nach rund einer halben Stunde Zugabe und mit der Botschaft „Burn this city” aus „This Fire” schicken die netten Mittdreißiger ihr Publikum nach Hause. „Hab´schon besseres gesehen”, sagt der 40-jährige Peter am Ende. „Vor allem der Sound”, ergänzt der Düsseldorfer Konzertbesucher. „Total geil”, fanden es dagegen Katharina (19) und Julian (20) aus Lenne im Sauerland.
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