Stolberg - Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg bei Stolberger Klassik-Festival

Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg bei Stolberger Klassik-Festival

Von: Pedro Obiera
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Orchestrale Schützenhilfe: Die Musiker aus Russland begleiten Patricia SohréBuzari am Klavier. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Stolberg. Zum 3. Mal konnte jetzt die deutsch-iranische Pianistin und Klavierpädagogin Patricia Sohré Buzari das Publikum zur Eröffnung des von ihr ins Leben gerufenen „Klassik Festivals Momentum Stolberg“ im Museum „Zinkhütter Hof“ begrüßen.

Bis zum Sonntag wird das Museum Schauplatz von sechs Konzerten sein, die Patricia Buzari wie gewohnt abwechslungsreich und mit hohem künstlerischem Anspruch zusammengestellt hat.

Auch wenn das Festival im Rahmen des Stolberger Musiksommers durchgeführte mittlerweile eine beachtliche Außenwirkung erzielt, hatte man diesmal mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, die jedoch gelöst werden konnten, so dass sich das viertägige Event im geplanten Umfang realisieren lassen wird.

Und dazu gehört auch das aufwändige Eröffnungskonzert mit orchestraler Schützenhilfe. Dafür wurde die „Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg“ unter Leitung von Juri Gilbo engagiert, die neben drei eigenen Beiträgen gleich zwei Solisten versiert unterstützte. Als pianistischer Auftakt erklang das Klavierkonzert in f-Moll BWV 1056 von Johann Sebastian Bach, für das sich die „Gastgeberin“ Patricia Buzari an den Flügel setzte.

Zu hören war eine etwas zaghafte Interpretation mit sehr mäßigen Tempi in den Ecksätzen, die freilich genügend Raum für klangliche Transparenz und eine klare Phrasierung der melodischen Linien ließen. Das kommt natürlich dem Largo, einem der schönsten Konzertsätze Bachs, besonders zugute, das Patricia Buzari ausdrucksstark und mit geradezu rhetorischer Intensität gestaltete. Das folgende Presto hätte allerdings ein kräftige Prise an vorwärtsdrängender Energie vertragen können.

Zügiger, aber nicht weniger schlank und unprätentiös ging nach der Pause Alexander Krichel mit Mozarts Klavierkonzert in A-Dur KV 414 zu Werke. Der festliche Charakter des effektvollen Werks blieb stets gewahrt, wobei der mittlerweile renommierte Pianist die feinen melodischen Strukturen mit der ihm eigenen Sensibilität freilegte und auf überflüssige virtuose Brillanz verzichtete. Das Ergebnis war eine natürlich atmende und erfreulich werkdienliche Interpretation.

Einen flotten Beginn bescherte die Russische Kammerphilharmonie dem Abend mit dem „Einzug der Königin von Saba“ aus Händels Oratorium „Salomon“. Eine insgesamt saubere und ausgewogene Interpretation ohne störende Extreme gelang dem Orchester auch mit Edward Elgars kleiner Streicher-Serenade op. 20. Ein wenig schwerfällig und dicklich wirkte dagegen Joseph Haydns Symphonie in f-Moll Nr. 49, die mit ihrem ungewöhnlichen Eingangs-Adagio ohnehin mit angezogener Handbremse startet. Dem hätte der Dirigent spätestens in den Folgesätzen mit wesentlich mehr Drive und einem schlankeren Orchesterklang entgegenwirken müssen.

Insgesamt ein würdiger Beginn des viertägigen Konzert-Reigens, der heute um 11.30 Uhr mit einem Kinderkonzert mit der Märchenerzählerin Maria Riga und Patricia Buzari am Klavier sowie am Abend um 19.30 Uhr mit einem Kammerkonzert für Violine und Klavier fortgesetzt wird. Aylin Çakici (Klavier) und Emre Engin (Violine) werden dabei vier Violinsonaten von Mozart vortragen.

Am morgigen Sonntag wird das Festival um 11.30 Uhr mit einem Lunchkonzert und um 18 Uhr mit einem Liederabend von Stella Motina (Sopran) und Patricia Buzari seinen Abschluss finden.

Infos im Internet unter: festival-momentum.de.

 

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