Rundum klangschön: Rossini, Mozart und Schubert

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Langsam wird es eng im Spiegelfoyer des Theaters, wenn das Aachener Sinfonieorchester und die „Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde” zu den Kammerkonzerten einladen.

Dass man am Sonntag trotz zusätzlicher Stehplätze einige Musikfreunde abweisen musste, ist nicht nur dem besonders attraktiven Programm zu verdanken, sondern Ausdruck der wachsenden Beliebtheit der Reihe.

Im zweiten Konzert der Saison lockten mit Mozart, Rossini und Schubert gleich drei Zugpferde, vertreten mit zwei flotten jugendlichen Streicherserenaden und als besonders edler und umfangreicher Perle mit Schuberts Oktett.

Auf die Streichersonaten des zwölfjährigen Rossini und das Divertimento KV 136 des nur drei Jahre älteren Mozarts trifft die Zuordnung „jugendlich” sicher mit Recht zu. Die vier Streicher mit Felix Giglberger an der Primgeige ließen mit ihrer Interpretation des dreisätzigen Mozart-Werks vor Spielfreude geradezu die Funken sprühen.

Schade, dass der Schwung in Rossinis Streichersonate Nr. 6 in der kuriosen Besetzung für zwei Violinen, Violoncello und Kontrabass weitgehend verloren ging. Das lag nicht etwa an den gewählten Tempi, sondern an zu spannungsarm phrasierten Übergängen und Einleitungen.

Den Höhepunkt erreichte das Konzert erwartungsgemäß mit Franz Schuberts ebenso kostbarem wie selten zu hörendem Oktett, bei dem Giglberger wieder frische Akzente setzte und seine Mitspieler zu einer rundum klangschönen, sauber ausgearbeiteten Interpretation motivierte.

Und das über die weite Distanz von sechs stilistisch anspruchsvollen und abwechslungsreichen Sätzen, die künstlerische Fantasie, formale Übersicht und technische Versiertheit verlangen.

Dabei waren die Bläser Philipp Zehm (Klarinette), Matthias Rein (Fagott) und Michael Roberts (Horn) sowie die Streicher Fabian Grimm (Violine), Sandra Rehle-Simpson (Viola), Almuth Ensinger und Nigel Fish (Violoncello) sowie Karl-Josef Ohligs (Kontrabass).

Viel Beifall für ein schönes Konzert, das heute um 20 Uhr im Spiegelfoyer wiederholt wird.
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