Aachen - Rund und warm

Rund und warm

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Mit einem international bunt gemischten Programm startete die beliebte Kammermusikreihe des Aachener Sinfonieorchesters in die neue Saison.

Die vor etwa zehn Jahren gegründete und maßgeblich von der „Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde Aachen” finanzierte Reihe erfreut sich bei Musikern und Publikum so großer Beliebtheit, dass sich diesmal gleich zehn Sinfoniker das Podium teilten und das restlos ausverkaufte Spiegelfoyer nahezu aus allen Nähten platzte.

Werke aus vier Ländern standen auf dem Programm. Noch dazu in vielfältigen Besetzungen, die die Attraktivität der Konzerte erhöhen. Der Bariton Martin Berner eröffnete den Abend mit Samuel Barbers frühem Gesang „Dover Beach” für Singstimme und Streichquartett.

Ein stimmungsvolles Klanggemälde, dessen Text der Sänger differenzierter gestaltete als die vier „Blake Songs” des Engländers Ralph Vaughan Williams, die ihren Reiz durch die sparsame Begleitung einer einsamen Solo-Oboe beziehen. Bianca Gleisner sorgte hier für wunderbaren Wohllaut.

Die Solo-Oboistin des Aachener Orchesters gab auch den Ton an in der Bearbeitung des Streichquintetts in c-Moll KV 406 von Mozart für Oboe und Streichquartett. Hier konnte man sich an einer gediegenen, sauber ausgearbeiteten Interpretation ohne stilistische Extravaganzen erfreuen.

Der Ernst der tiefgründigen Komposition kam nicht minder zu seinem Recht als die vitale Spielfreude, die noch ein wenig an den Ursprung des Werks als höfische Serenade erinnert. Es spricht für die Aachener Musiker, dass deutlich wird, wie weit sich Mozart in diesem Werk von jeder Gebrauchsmusik entfernt hat.

Wiederholung heute

Das gilt auch für acht „Zypressen” des böhmischen Meisters Antonin Dvorák, kurze „Lieder ohne Worte” für Streichquartett, die in ihrem schlichten Tonfall rund und warm erklangen, allerdings so ähnlich gestrickt sind, dass ihr Vortrag durchaus noch ein etwas schärferes individuelles Profil vertragen könnte.

Das Programm teilten sich diesmal gleich vier Geigerinnen (Julia Prinsen-Feneberg, Iwona Kisza, Ulrike Fröhlich, Valeria Schimmel), zwei Bratschisten (Herbert Christoph, Martin Hoffmann) und zwei Cellisten (Nigel Fish, Claudius Wettstein), die allesamt zum Erfolg des schönen und hochwertigen Konzerts beitrugen.

Viel Beifall. Das Konzert wird heute Abend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt.
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