Ritterschlag für Aachener Filmemacher

Von: Alexander Barth
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Protagonisten am Set von „Im Winter, so schön“: (von links) „Das Boot“-Star Ralf Richter, Christian Furrer und Ivan Jurcevic umringen die junge Hauptdarstellerin Julia Kluge. Foto: Teee Party
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Ihr Debüt-Spielfilm ist dank Verleiher-Hilfe überall als DVD erhältlich: Matthias Mettenbörger (links) und Daniel Rau. Foto: Alexander Barth

Aachen. Gaunerkomödie mit Lokalkolorit: Die drei Aachener Filmemacher Matthias Mettenbörger, Daniel Rau und Piotr Dominik Kochalski haben für ihren Streifen „Im Winter, so schön“ einen Verleih gefunden - das ist so etwas wie der Ritterschlag für ambitionierte Filmemacher.

Bereits seit einigen Wochen ist die mit bekannten Gaststars inszenierte Krimi-Komödie auf allen relevanten Online-Portalen zu sehen.

Was im Jahr 2011 als Idee für die gemeinsame Bachelor-Arbeit an der FH Aachen begann, wird für das Trio jetzt zum Türöffner in die Welt des professionellen Filmwesens. Am Freitag erscheint der Film beim Hamburger Verleih Lighthouse auf DVD.

„Mit einem Verleih im Rücken spielst Du einfach in einer gewissen Liga mit“, sagt Matthias Mettenbörger. Von ihm stammte auch das Drehbuch, einer ironisch-schwarzen Gangstergeschichte, gefilmt an vielen Schauplätzen der Region. „Wir haben die Chance, unser Erstlingswerk so zu präsentieren, wie es die Etablierten der Branche tun. Das ist ein großes Geschenk.“

Konkret heißt das: Die DVD ist flächendeckend im Handel erhältlich, von der Elektro-Fachmarkt-Kette bis zum bekannten Internet-Versandhändler. Der Verleih kümmert sich auch um das Marketing und sorgt dafür, dass der Film landesweit in der Presse-Erwähnung auftaucht. „Dazu kommt das Know-How, von dem wir nur profitieren können“, sagt Daniel Rau.

Ursprünglich war lediglich ein 30-Minuten-Streifen für den Bachelor-Abschluss geplant. Nachdem die guten Reaktionen auf den ersten Trailer und die sichere Finanzierung via Crowd-funding allerdings mehr zuließen, entschlossen sich Mettenbörger, Rau und Kochalski 2012 dazu, einen abendfüllenden Spielfilm zu wagen.

Mit Enthusiasmus, Detailverliebtheit und einem finalen Budget von rund 30.000 Euro – ein Minimum vom Volumen großer TV- und Kinoproduktionen – ist am Ende auch ein filmisches Denkmal für die Region entstanden. Wichtige Szenen entstanden unter anderem im Eifelörtchen Simonskall, in den ehemaligen LVR-Kliniken in Düren oder im mittlerweile verschwundenen Aachener Kulturschauplatz Jakobshof.

Dabei geriet der Weg zum fertigen Film mitunter zur Geduldsprobe für Macher, Darsteller und Unterstützer. Am Ende dauerte es gut zwei Jahre, ehe alle Szenen im Kasten waren. „Da sind wir dann schnell beim unglaublichen Engagement der vielen Beteiligten“, sagt Daniel Rau und verteilt Lob an diejenigen, die etwa bei Minusgraden mitten in der Nacht am Dreh in Simonskall ausharrten.

Ein großer Teil der finanziellen Mittel floss seinerzeit in Unterkunft und Verpflegung der engagierten Schauspieler und Crewmitglieder. In Sachen Technik half ein in der Branche bekannter Aachener Kameramann. „Ein echter Glücksfall“, sagt Mettenbörger. Erst mit einem kommerziellen Erfolg verdienen auch die Profi-Schauspieler etwas. Sie sind mit Rückstellungsverträgen ausgestattet, in der Filmbranche ein übliches Modell. Gaststars wie Ralf Richter oder Jochen Busse spielten gar ohne Gage.

Herausgekommen ist am Ende – in Kino- und TV-tauglicher Qualität – die skurril-spannende Geschichte des Kleinkriminellen Erhard (dargestellt von Christian Furrer), der sich sich durch unglückliche Umstände in einem verschlafenem Eifelörtchen wiederfindet und schließlich dem geheimnisvollen Teenager Emma (Julia Kluge) bei der Suche nach ihrem Vater helfen muss. Eine Gangsterkomödie mit Lokalkolorit – die, so hoffen die Aachener Filmemacher, zeitnah auch den Weg ins Fernsehen finden soll. Mit dem Hamburger Verleih im Rücken längst keine Utopie mehr.

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