Reizvolle musikalische Akzente im Spiegelfoyer

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Barock trifft Moderne: Unter diesem Motto setzte man im 4. Kammerkonzert im Spiegelfoyer des Aachener Theaters besonders reizvolle Akzente.

Zumal man im ersten Teil des Programms bis ins Spätmittelalter zurückschritt und in einer eigens arrangierten „Chanson-Suite” des flämischen Meisters Guillaume Dufay auf alten Streich- und Blasinstrumenten in diesem Rahmen ungewohnte Höreindrücke aus dem Vorhof unserer Dur- und Moll-gesättigten Klangwelt ermöglichte. Der Bariton Matthias Berner trug dazu unverzärtelt und mit Nachdruck an den Mai und die Jungfrau Maria gerichtete Liebeslieder vor.

Spiritus Rector des Arrangements ist der Oboist Stéphane Egeling, der nicht nur als Solist, sondern auch noch als Bearbeiter von Bachs Triosonate Nr. 3 in d-Moll BWV 527 für Barockoboe, Viola, Violoncello und Cembalo hervortrat. Die beteiligten Musiker gaben ihr Bestes, um die alten Klänge lebendig und farbig umzusetzen. Nicht minder Konzertmeister Felix Giglberger und Kapellmeister Volker Hiemeyer am Cembalo mit Händels Violinsonate op. 1 Nr. 10.

Nach der Pause trat man ins 20. Jahrhundert, wobei mit dem Griechen Dimitri Terzakis und dem Argentinier Astor Piazzolla ebenso exotische wie gemäßigte Vertreter der Moderne auf dem Programm standen. Zunächst verströmte Terzakis mit seinem emotional tiefgründigen und aus dem Geist byzantinisch-griechischer Traditionen erwachsenen Streichquartett Nr. 5 aus dem Jahre 1999 ein ebenso reizvoll-eigenwilliges, wenn auch gänzlich anders geartetes Kolorit wie zuvor Dufay mit seinen Chansons. Und auch Astor Piazzolla, der argentinische Großmeister des „Tango Nuevo” und profunde Kenner der europäischen Musik, beschritt originelle Wege.

Die bekannte viersätzige „Histoire du Tango” für Flöte und Gitarre gewann durch die Verwendung einer Harfe erheblich an Volumen. Der Vortrag der umfangreichsten Komposition des Programms geriet zur großen Stunde der Flötistin Stefanie Faust und ihrer zupfenden Kollegin Christine Fraisl. Stefanie Faust rundete das außergewöhnliche Konzert zusammen mit drei Streichern mit Piazzollas vitaler „Fuga e mysterio” in einer Bearbeitung des Aachener Cellisten Nigel Fish wirkungsvoll ab. Viel Beifall für ein interessantes Kammerkonzert, das heute um 20 Uhr im Spiegelfoyer wiederholt wird.
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