Reichsabtei: Jahre der Ungewissheit vorbei

Von: Eckhard Hoog
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Drei Jahre lang war es ungewiss, ob die landeseigene Kunstsammlung von hier nach Brauweiler umsiedeln würde: Beheimatet ist sie seit 1976 in der ehemaligen Reichsabtei Kornelimünster. Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) entschied Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Freude in Aachen ist allseits groß: Die landeseigene Sammlung „Kunst aus Nordrhein-Westfalen” bleibt, wo sie ist - in der ehemaligen Reichsabtei in Kornelimünster.

Das entschied jetzt Kulturministerin Ute Schäfer (SPD). „In Kornelimünster gibt es eine 34-jährige, gute Tradition. Die Sammlung dort ist etabliert und anerkannt. Ich will daran nichts ändern”, sagte sie.

Hängepartie ist zu Ende

Damit gehen Jahre der Ungewissheit und eine lange Hängepartie zu Ende. Der ehemalige Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hatte vor drei Jahren einen möglichen Umzug der Sammlung nach Brauweiler angekündigt.

Bis zuletzt hieß es in der Kulturabteilung der Düsseldorfer Staatskanzlei, dass die endgültige Entsscheidung darüber noch nicht getroffen sei - vor allem, nachdem sich in Aachen über alle Parteigrenzen hinweg vereinte Kräfte - unter anderem der Verein Kulturinitiative Kornelimünster gegen die Umsiedlung der seit 1957 vom Land zusammengetragenen 3300 Kunstwerke mobilisiert hatten.

„Das kann man definitiv nicht so lange in der Schwebe halten”, sagte Ministerin Schäfer. Der zweite Grund für ihre Entscheidung: Die schwarz-gelbe Regierung habe eine „Finanzierungslücke” für das Projekt in Höhe von 2,3 Millionen Euro hinterlassen.

Ursprünglich angeplant war in Brauweiler die Errichtung eines Nachlass-Archivs für Künstler, das auch tatsächlich am 19. April 2010 eröffnet wurde, und die Unterbringung der Kunstsammlung des Bundes und der Sammlung NRW aus Kornelimünster.

Zwölf bis 14 Millionen Euro sollten die weiteren Bauabschnitte nach der Eröffnung des Archivs noch kosten. Schäfer: „Ich sehe keine dringliche Notwendigkeit, diese Bauvorhaben fortzuführen.” Kritiker hatten Rüttgers unterstellt, mit dem Projekt seinem eigenen Wahlkreis etwas Gutes tun zu wollen.

Überrascht, aber hocherfreut ist Aachens Kulturdezernent Wolfgang Rombey über die klare Entscheidung: „Das ist genau das, was wir alle angestrebt haben”, sagte er gegenüber unserer Zeitung und kündigte an, die wichtige Adresse für Aachen weiterhin zu pflegen.

In einem persönlichen Brief an den Parteigenossen und Aachener Landtagsabgeordneten Karl Schultheis (SPD) dankte ihm Ministerin Schäfer für sein großes „Engagement bezüglich des Erhaltes der Sammlung âKunst in NRWÔ sehr herzlich”.

Die langjährige Leiterin der Sammlung Kunst aus NRW, Maria Engels, freut sich selbstverständlich auch, hat die Entscheidung zwar erwartet, aber „nicht so rasch” nach dem Regierungswechsel in Düseldorf.

Sie hofft jetzt, dass sie zumindest unter den jetzigen Bedingungen das Haus weiterführen kann - mit einem Gesamtat von „deutlich unter 100000 Euro” das Haus mit neun bis zehn Wechselausstellungen pro Jahr weiterführen zu können. Und dass allmählich eine Nachfolgeregelung in Gang kommt: „Ich habe noch dreieinhalb Jahre”, sagt sie.

Über der Zukunft der alten Reichsabtei glimmt indes eine unverhoffte Morgenröte: Ute Schäfer hat sich für Januar zu einem Besuch in Kornelimünster angesagt - „um mich vor Ort über die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten zu informieren”.
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