Reggae-Sänger Patrice mobilisiert die Massen

Von: Guido Jansen
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1600 Zuhörer animierte er in der Alsdorfer Stadthalle zum Mitsingen: Patrice. Foto: Guido Jansen

Alsdorf. Patrice hat hart kämpfen müssen, um sein Publikum über das normale Maß hinaus in Bewegung zu bringen. Der Reggae-Sänger aus Köln schaffte es jedoch schließlich, 1600 Menschen mit Musik zu mobilisieren.

Auf der Stelle entspannt hin und her wippen, singen, klatschen – das ist meist die Komfortzone von Menschen, die die Musik mögen, die von Bob Marley und Jamaika so stark beeinflusst ist.

Patrice wollte mehr, etwas mehr Ekstase, ein paar stille Momente mehr. So sorgte er in der ausverkauften Alsdorfer Stadthalle für den Auftakt zum Kulturfestival der Städteregion Aachen, an dessen Ende er durch das Publikum getragen wurde. Es waren zwar die breiten Schultern eines Sicherheitsdienst-Mitarbeiters, auf denen er saß. Getragen wurde er allerdings von der Begeisterung der Zuschauer.

Die Mittel, denen sich der 34-Jährige bediente, klingen simpel. Musik kann laut sein oder leise, schnell oder langsam, böse klingen, romantisch oder schwermütig. Patrice, nach über 14 Jahren und sechs Alben einer der bekanntesten deutschen Reggae-Musiker, kann mit allen Varianten spielen. Auch deshalb hat er in Alsdorf gewonnen.

„Another one“ ist so ein leise-lautes Beispiel. Das Publikum kann mitsingen beim Refrain, eine Stelle, in der der Text aus lauter Na-na-nas besteht. Je höher Patrice seine Hand nimmt, desto lauter singt das Publikum, angefangen bei ganz leise und ganz unten, bis zum Höhepunkt, für den der Sänger auf einem Lautsprecher-Turm springt und einen Arm nach oben reißt.

Wenig später spielt sein Pianist die ersten Töne von „Sunshine“ an. Das reicht, um das Publikum zum Jubeln zu bringen. Patrices Band nimmt die Stimmung auf, spielt immer intensiver, um dann kurz vor der Ekstase abreißen zu lassen. Nur noch das immer kraftloser klingende Piano bleibt übrig, Patrice lässt seinen Hit in Sachen Tempo und Lautstärke fast sterben.

„Soulstorm“ wird zum sportlichen Höhepunkt des Abends. Auf der Stelle laufen, heißt die Disziplin, die angesagt ist. Das Publikum singt und klatscht immer schneller, Patrice und Band nehmen die Herausforderung an. Das Lied, das der Sänger angestimmt hat, um den Moment zu feiern, endet in der nächsten Ekstase.

Dann ist Schluss, für einen Moment. Denn im nächsten entern Patrice und Band die Halle durch den Zuschauereingang. Sie spielen Samba, während Patrice auf der Schulter des Sicherheitsdienst-Mitarbeiters sitzt und mit dem Publikum spricht.

Zwei Zugaben später – unter anderem „Faces“ vom neuen Album „The Rising of the Sun“ – verabschieden sich Patrice und Band lachend und winkend. Es ist das Ende eines leisen und lauten, aber vor allem bewegenden Abends, der über drei Stunden zuvor mit dem stimmungsvollen und überzeugenden Auftritt des Aachener Reggae-Musikers Sebastian Sturm begonnen hatte.

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