Rebell Comedy: „Wir wollten einfach anders sein“

Von: Elisa Zander
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Vielfalt ist Programm: Babak Ghassim, Gründungsmitglied der Rebell Comedy. Foto: o.H.

Würselen. Rebell Comedy: Sechs Männer, die auf der Bühne zwischen Comedy und Kabarett unterwegs sind und die von sich sagen, ihnen sei nichts heilig. Vielleicht rührt von dieser Einstellung auch ihr Themenreichtum her.

Obwohl die Künstler ihre marokkanischen, iranischen, türkischen und schweizerischen Wurzeln auch mal thematisieren, rutschen sie nie auf eine klischeebehaftete Migranten-Schiene. Babak Ghassim ist einer von ihnen. Der Aachener hat die Gruppe 2007 mitgegründet.

Babak Ghassim oder Gondebak – wie soll ich Sie nun ansprechen?

Ghassim: (lacht) Ach, das ist egal. Gondebak ist mein Spitzname aus der Jugend – noch bevor wir mit dieser ganzen Sache angefangen haben. Heute ist es mein Künstlername.

Wie ist die Idee zu Rebell Comedy entstanden?

Ghassim: 2007 haben wir uns zusammengefunden. Wir hatten eine kleine Produktionsfirma, Rebell-TV. Hinzu kam, dass wir nichts im Fernsehen fanden, worüber wir lachen konnten. Was uns mehr bewegt hat, waren Formate aus den USA. Das wollten wir auch.

Was stimmte denn mit den gängigen Formaten nicht?

Ghassim: Das war kein Fehler oder Unvermögen der Comedyszene. Es gibt auch gute Comedians und Kabarettisten, Hagen Rether zum Beispiel. Aber Humor funktioniert zum großen Teil über Identifikation. Und das fehlte oft. Die Sachen, die da erzählt wurden, waren nicht aus unserer Welt. Und wenn doch, dann hatten wir den Eindruck, dass sie über uns lachen. Dazu gehört auch Kaya Yanar, obwohl wir ihn wirklich schätzen für das, was er im Bereich Stand-up-Comedy erreicht hat. Und wir wussten, dass es viele Leute gibt, die denken wie wir.

Sie wollten ein Rebell sein – daher auch der Name?

Ghassim: Genau. Wir wollten einfach anders sein. Mit unseren Sachen sollte neuer Wind in die Unterhaltungsbranche kommen. Unsere Themen sind aus dem Leben gegriffen. Es geht um Musik, Computerspiele, Essen, die Jugend – ganz vieles. Wichtig ist, dass wir zwar unterschiedliche Migrationshintergründe haben, das aber meistens gar nicht thematisiert wird.

Und dann haben Sie einfach eine Comedy-Gruppe gegründet?

Ghassim: Wir haben einen Aufruf im Internet gestartet und nach jungen Comedians gesucht, die dachten wie wir. Wir bekamen sehr viele Bewerbungen. 20 oder 30 haben wir zum Casting eingeladen. Und das sprach sich dann rum. Es kamen immer mehr dazu. Wir haben uns dann die rausgesucht, die zu uns gepasst haben. Auch heute sprechen uns immer wieder Interessenten nach der Show an.

Wen wollen Sie mit Ihrem Programm erreichen?

Ghassim: Es ist eine ganze Generation, die wir mit unseren Inhalten ansprechen; unsere Zielgruppe ist zwischen 18 und 35 Jahre alt. Es sind Leute, die sich mit der Kultur, in der wir aufgewachsen sind, identifizieren können.

Am Freitag sind Sie auf Burg Wilhelmstein. Wie läuft die Show ab?

Ghassim: Wir spielen das Finale unserer aktuellen Tour „Roundhouse Lachkick“. Das wird eine sehr vielfältige Show!

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