Aachen - Poulenc, Ravel und Franck im Spiegelfoyer des Aachener Theaters

Poulenc, Ravel und Franck im Spiegelfoyer des Aachener Theaters

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Französische Klänge bestimmten das 2. Kammerkonzert im gut besuchten Spiegelfoyer des Aachener Theaters. Mit recht selten zu hörenden Werken von Francis Poulenc und Maurice Ravel sowie des Belgiers César Franck standen Schlüsselfiguren der frühen Moderne und der Spätromantik im Zentrum des kurzweiligen Programms.

Francis Poulenc gilt als Repräsentant geistvoller Eleganz, durchsetzt mit hintergründigem Humor und Einschlägen überraschender Ernsthaftigkeit. Attribute, die auch seine späte Sonate für Oboe und Klavier beherrschen und die bei der Aachener Solo-Oboistin Bianca Gleisner und ihrem Partner am Klavier, Robert Weirauch, bestens aufgehoben waren.

Als vielleicht schon eine Spur zu schwer für Maurice Ravels sehr transparent instrumentierte „Trois chansons madécasses” für Flöte, Violoncello und Klavier erwies sich die durch große dramatische Partien gestählte Stimme von Irina Popova. Gleichwohl gestaltete die Sopranistin die stilistisch unterschiedlich gestrickten Gesänge mit großer gestalterischer Intelligenz und bemerkenswertem Einfühlungsvermögen. Das Instrumentalensemble um die Flötistin Stefanie Faust und den Cellisten Claudius Wettstein sorgte für ein durchsichtiges Klangbild.

Das Verhältnis von Klavier und Streichern, das etwa Ravel zeitlebens für ein schier unlösbares Problem hielt, wird bei César Francks Klavierquintett in f-Moll auf eine ungleich härtere Probe gestellt.

Auch wenn sich das „Aroma” der nahestehenden Symphonie in d-Moll durch die Sätze zieht und das Klavier nur selten so vollgriffig traktiert wird wie in manchem Brahms-Opus, verleitet die pianistische Dominanz die Streicher zu besonderen Kraftanstrengungen, was dem eher gelassenen Fluss der melodischen Entwicklungen, den das groß angelegte Werk prägt, bisweilen im Wege steht. Damit erschöpfen sich allerdings auch schon die Einwände gegen eine erfreulich inspirierte und technisch sauber präsentierte Interpretation.

Viel Beifall für ein interessantes Kammerkonzert, das heute um 20 Uhr im Theater wiederholt wird.
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