Populäre Druckgrafik bekommt eigenes Museum

Von: dpa
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Neuss. Fromme Bilderbögen und Glückwunschkarten, Poesie-Alben und gedruckte Krippenszenen: All dies bekommt eine Heimat in einem neuen Museum bei Neuss.

Das „Museum für populäre Druckgrafik” öffnet am 21. Februar vor den Toren der rheinischen Stadt, teilte das Neusser Clemens-Sels-Museum am Mittwoch mit. Die Dauerausstellung biete einen Querschnitt durch die volkstümliche Bilderwelt des 18. und 19. Jahrhunderts.

Zusammengetragen hat die Kollektion mit über 5000 Stücken die frühere Neusser Museumschefin Irmgard Feldhaus, zu deren Ehren das neue Grafik-Museum in der ländlichen Umgebung einer ehemaligen Nato- Raketenstation den Namen „Feld-Haus” trägt. Ihre in Jahrzehnten entstandene Privatkollektion volkstümlicher Drucke hat die Kunsthistorikerin 2006 der Stadt Neuss übereignet.

„Die enorme Vielfalt der Motive belegt, wie stark die populäre Druckgrafik in alle Lebensbereiche hineinragte”, erklärte das Clemens-Sels-Museum als Träger des neuen Hauses. Eine besondere Bedeutung komme den bunten Bilderbögen, den illustrierten alten Schulheften oder weit verbreiteten Kunstdrucken dadurch zu, dass sich in ihrer Entstehungszeit Wertvorstellungen und Weltanschauungen einer bürgerlichen Gesellschaft gebildet hätten, die teils heute noch gültig seien. Zudem sprächen die vielfältigen Druck-Erzeugnisse von der Popularisierung und Demokratisierung der Kultur und belegten den neu erwachten „Bilderhunger” des damaligen Publikums.

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