Köln - Politische Oper über den Krieg in Afghanistan

Politische Oper über den Krieg in Afghanistan

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:
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Die beiden Kontrahenten aus der Oper „Djaizat al Salam – Friedenspreis“ zum Afghanistan-Krieg bei Probenarbeiten: die Sängerin Csilla Csövari und der Schauspieler Ihsan Othmann. Foto: Christian von Götz

Köln. Der Afghanistan-Krieg als Opernstoff. Kann das gut gehen? Für Christian von Götz, den hochgelobten Lübecker Regisseur, der in der letzten Spielzeit für seine Wuppertaler Inszenierung von Wolfgang Fortners „Bluthochzeit“ mit überschwänglichen Kritiken überschüttet wurde, ist das keine Frage.

„Oper braucht Gefühle und tragische Verwicklungen, aber nicht nur. Es muss auch die politische Oper geben, in der politische Aspekte im Mittelpunkt stehen und nicht nur als Staffage zu einer Liebesgeschichte herhalten dürfen.“ Mit Künstlern der „Musikdebatte Köln“ möchte Götz eine Plattform für die „politische Oper“ errichten. Geplant ist für den 27. Januar 2015 zum 70. Tag der Befreiung von Auschwitz eine „Todesfuge“ und für das kommende Frühjahr ein Ukraine-Projekt. Am kommenden Freitag wird als erster Versuch die Kammeroper „Djaizat al Salam – Friedenspreis“ in der Kölner Trinitatiskirche aus der Taufe gehoben. Ein Werk, das durch den Abzug der deutschen Truppen aktuelle Impulse erhielt.

Götz: „Die Oper will die Komplexität des Themas in Bezug auf die Realität des deutschen Afghanistan-Feldzugs reflektieren. Und zwar in Form eines Monodrams, in dem eine junge, in Deutschland lebende Frau auf einen gefeierten Friedens-Aktivisten trifft. Anlässlich der Preisverleihung des Deutschen Buchhandels an den vermeintlichen Pazifisten demontiert sie in intensiven und emotionalen Auseinandersetzungen dessen selbst geschaffene Legende über die ‚Friedensbringung‘ nach Afghanistan.“

In dieser Kritik spiegelt sich natürlich auch Götz‘ Haltung zur deutschen Beteiligung an dem Krieg, die er als verfassungswidrig und alles andere als friedensfördernd sieht. Wie ein 70-minütiger Monolog arbeitet die junge Frau, dargestellt von der ungarischen Sopranistin Csilla Csövari, ihre Erlebnisse und Erinnerungen auf, aus dem Off erklingt die Stimme des Aktivisten, gesprochen von dem Iraker Ihsan Othmann. Das Libretto ist deutsch verfasst, durchsetzt mit arabischen Texten. Die Musik entstand aus Kollektiv-Improvisationen der „Musikdebatte“, aus der fünf Musiker das Instrumentalensemble bilden, ergänzt durch ein Trio arabischer Künstler auf Original-Instrumenten.

Zu hören ist eine stark rhythmusbetonte Musik, durchsetzt mit Elementen aus dem Jazz und der traditionellen arabischen Musik. Am 16. und 17. Mai wird das Stück in der Kölner Trinitatiskirche (Filzengraben 4) vorgestellt und soll danach in anderen Städten gezeigt werden. Karten sind erhältlich unter karten@musikdebatte.com und an der Abendkasse.

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