Pippo Pollina auf Burg Wilhelmstein: Mix aus Musik und Anekdoten

Von: Stefan Schaum
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In Italien bereits ein Star, hierzulande noch wenig bekannt: Pippo Pollina aus Sizilien gab ein Konzert auf Burg Wilhelmstein. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Die Sprachkenner sind klar in der Unterzahl. Kaum ein Viertel der Hände geht hoch, als Pippo Pollina wissen will, wer im Publikum Italienisch versteht. Egal. Zwar hat der 54-Jährige die Lieder, die er auf Burg Wilhelmstein in Würselen präsentiert, in seiner Muttersprache geschrieben.

Aber die Botschaften seiner Songs bringt er nicht bloß im Gesang rüber.

Der Mann aus Palermo spricht auch Deutsch, und das sehr gut. So wird das Konzert zu einer charmanten Mischung aus Musik und Anekdoten, die Pippo Pollina immer wieder zwischen die Lieder streut. Von der Hoffnung erzählt er, die er zum roten Faden seines aktuellen Albums „Il sole che verrà“ („Die Sonne, die kommen wird“) gemacht hat. „Wir brauchen diese Hoffnung mehr denn je in einer Zeit, die immer komplexer und dunkler zu werden scheint.“

Erinnerungen an Kuba

Auch von Erinnerungen an Kuba ist die Sprache („Dort fand die wahre Revolution wohl eher in meinem verdorbenen Magen statt“) und von seinem Kindheitsidol, dem Boxer Muhammad Ali („Nicht nur im Ring ein Kämpfer, sondern vor allem einer für die Freiheit“). Das alles findet viel Platz im Plauderton.

Heiter ist auch die Musik, und sehr luftig obendrein. Mit seinem Palermo Acoustic Quintett – Gitarrist Michele Ascolese, Bassist Filippo Pedol, Schlagzeuger Fabrizio Giambanco, Saxofonist Roberto Petroli und Keyboarder Gianvito Di Maio – webt der Liedermacher einen transparenten Sound, der auch die vielen gezupften Noten der Akustikgitarren jederzeit glasklar transportiert.

Oft balladesk aber nie zu gefühlig und hier und da auch mal mit richtig Dampf – Pippo Pollina beeindruckt mit großer stilistischer Vielfalt. Auch eine Prise Zigeunerjazz steht manchem der Songs richtig gut.

In Italien ist er einer der ganz Großen, doch scheint ihm sein Ruf bis Würselen noch nicht so ganz vorausgeeilt zu sein. Nur etwa halbvoll ist das Rund. Aber der Stimmung tut es keinen Abbruch, die ist bestens. Gut zwei Stunden lang ist Pollino präsent und ganz dicht dran am Publikum. „Der Stimme der Kunst muss in unserer Zeit wieder mehr Platz in der Gesellschaft eingeräumt werden!“ In Würselen hat er gut daran gearbeitet.

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