Landgraaf - Pinkpop: Das Jahr eins nach dem großen Jubiläum

Pinkpop: Das Jahr eins nach dem großen Jubiläum

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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Green Day bei Pinkpop: Frank Edwin Wright III. alias Tr Cool, Frontmann Billie Joe Armstrong und Michael Ryan Pritchard alias Mike Dirnt (von links). Foto: Marina Chavez/Warner

Landgraaf. Wenn Jan Smeets auf das Plakat für das Rock- und Popfestival Pinkpop schaut, huscht ihm ein Lächeln übers Gesicht. „Ich denke, wir haben wieder ein gutes Programm”, sagt der 65-jährige Smeets, der das Festival seit 41 Jahren veranstaltet.

Es ist das Jahr eins nach dem großen Jubiläum, bei dem sich Smeets mit „The Boss” Bruce Springsteen einen großen Traum erfüllte.

Pinkpop geht vom 28. bis 30. Mai nun in seine 41. Auflage. Mit dem Budget von vier Millionen Euro wurden unter anderem Rammstein, Green Day, The Prodigy und Pink verpflichtet.

Metal-Schwergewichte

Gleich zum Auftakt, am Freitag, kracht es richtig im Megaland, dem 27 Hektar großen Veranstaltungsgelände im niederländischen Landgraaf unmittelbar hinter der Grenze. Mit Rammstein und Motörhead stehen zwei Metal-Schwergewichte auf der Bühne. Motörhead mit Frontmann und Kultfigur Ian Kilmister, viel besser bekannt als „Lemmy”, der mit 64 Jahren seinen x-ten Frühling erlebt. Rammstein ist aktuell mit dem neuen Album „Liebe ist für alle da” auf der gleichnamigen Tour durch Europa.

Wer es am Freitag lieber etwas tanzbarer mag, ist bei Gossip mit der gewichtigen und stimmgewaltigen Frontfrau Beth Ditto richtig aufgehoben. Ihren Tophit „Heavy Cross” wird sie sicher spielen. Bleibt nur die Frage: Strippt sie wieder auf der Bühne?

Einen Tag darauf, am Samstag, ist der Höhepunkt Green Day. Das sind die Punk-Dauerbrenner, die 1994 mit ihrem Album „Dookie” den Durchbruch geschafft haben. Live geben die US-Amerikaner mächtig Gas - großes (Musik-)Kino. Apropos Kino: Wer zwischendurch entspannen will, kann sich auch dieses Mal wieder im Open-Air-Kino vergnügen.

Die britischen Indie-Rocker der Editors und das schwedische Rock-Quintett Mando Diao stehen Green Day aber sicher in nichts nach. John Mayer vereint in seinen Liedern Rock mit Pop, Soul und R & B. Hörenswert - Mayer hat bereits sieben Grammys gewonnen. Das Zelt, in dem neben den beiden großen Bühnen gespielt wird, hat in diesem Jahr eine neue Farbe -Êpassenderweise pink. Dort treten unter anderem die Brüder Stephen und David Dewaele der belgischen Rockband Soulwax auf. Beim Pinkpop setzen sie als 2 Many DJs auf elektronische Stücke. Anders liegt der Fall bei Kitty, Daisy und Lewis. Das Trio macht gerne Krach - egal ob mit Klavier, Gitarre, Banjo, Ukulele, Akkordeon oder Posaune.

Tag der Rückkehrer

Auf die Show von Pink am Sonntag freut sich Jan Smeets sehr. Passt ja auch vom Namen gut zu Pinkpop. Der Festivalname hat jedoch nichts mit der Farbe zu tun. Pink ist in diesem Fall abgeleitet vom niederländischen Wort „Pinksteren”, was Pfingsten bedeutet. Bis vor wenigen Jahren fand das Festival immer auch an Pfingsten statt. Erst einige Durststrecken, bei denen große Bands und Besucher ausblieben, zwangen Smeets zum Umdenken.

Zum Abschluss des diesjährigen Festivals wird der Sonntag auch ein wenig der Tag der Rückkehrer. Skunk Anansie mit der charismatischen Frontfrau Deborah Anne Dyer („Skin”) hatten sich ebenso bereits aufgelöst wie die Pixies. Slash könnte sich derweil Verstärkung auf die Bühne holen. Auf dem kürzlich erschienenen selbstbetitelten Soloalbum des Ex-Guns-´N´-Roses-Gitarristen sang Wolfmother-Sänger Andrew Stockdale das Lied By The Sword, das dann auch als erste Single veröffentlicht wurde. Wolfmother ist am Abschlusstag ebenfalls in Landgraaf. Mit General Fiasco gibt zudem eine echte „Rotzlöffelkombo” seine Visitenkarte ab.

The Prodigy sind der Headliner am Sonntag und werden mit einer außergewöhnlichen Mischung aus elektronischen Klängen, Punk und Alternative einheizen. Yeasayer mischen Musik aus verschiedenen Kulturkreisen. So finden sich in ihren Songs afrikanische Stammesgesänge und andere Folkloreanleihen. Yeasayer ist einer von Smeets Geheimtipps. „Das ist unser Ziel hier. Wir wollen aufstrebenden Bands eine Plattform bieten”, sagt Smeets und erinnert an U2. „Die waren hier, bevor sie durchgestartet sind.

An Aufhören denkt Smeets mit 65 noch lange nicht. Auf die Frage, wie lange er Pinkpop noch veranstalten will, lacht er wieder und sagt nur: „Bis 2030.”
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