Köln - Perfekte Bühnenshow im Palladium: Pet Shop Boys in Köln

Perfekte Bühnenshow im Palladium: Pet Shop Boys in Köln

Von: Christian Rein
Letzte Aktualisierung:
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So singt der Pet Shop Boy, wenn er auf der Bühne auch optisch etwas bieten will: mit Hut - oder auch schon mal mit einem Würfel auf dem Kopf. Foto: Thomas Brill

Köln. Zu den Klängen eines Intros flackert das Licht bunt auf die weißen Würfel, genauer: auf die beiden rund drei Meter hohen Wände, zu denen sich diese Würfel auftürmen. Kleine Quadrate in allen Schattierungen von Rot, Grün, Gelb und Blau laufen darüber, von rechts nach links, von oben nach unten.

Plötzlich öffnen sich zwei Türen in den Wänden, Neil Tennant und Chris Lowe werden vom Licht der Scheinwerfer erfasst. Auch ihre Köpfe verbergen sich unter bunten Würfeln. Die Pet Shop Boys haben die Bühne des Palladiums betreten.

In Zeiten, in denen Musiker ihr Geld nicht mehr mit Platten, sondern mit Konzerten verdienen, kommt der Bühnenshow eine besondere Bedeutung zu. Doch nicht nur deshalb konnten sich die 4000 Zuschauer in der ausverkauften Halle auf einen besonderen Abend freuen.

Das britische Pop-Duo - mittlerweile seit einem Vierteljahrhundert im Geschäft - ist bekannt dafür, seine Musik stets auch künstlerisch ambitioniert zu präsentieren, ob in Form von Plattencovern, Musikvideos oder eben auf der Bühne.

Es konnte also nicht nur um die Songs vom aktuellen Album „Yes” gehen, die die Pet Shop Boys bei einem von nur vier Deutschlandkonzerten ihrem Kölner Publikum präsentierten. Es musste um das Gesamtkunstwerk gehen.

Reichlich Computeranimation

Weiße Würfel. Sie spielten während der kompletten Eindreiviertelstunden eine Rolle, nach fast jedem Stück wurde aus ihnen - und mit Hilfe von reichlich Computeranimation - ein neues Bühnenbild geschaffen. Sie waren mal Projektionsfläche, mal Stadtschlucht, mal der berühmte „Zauberwürfel” von Rubik, mal Podest für die Tänzer.

Natürlich waren sie auch einfach nur Wand und für das unvermeidliche Village-People-Cover „Go West” gar ein ganzes Aufmarschgelände. Die Wechsel vollzogen sich fließend, das Konzert wurde zu einem bombastisch inszenierten Pet-Shop Boys-Megamix. Alles war perfekt aufeinander abgestimmt, fast zu perfekt. Aber die Pet Shop Boys sind eben keine schwitzenden Rock-Arbeiter, sondern elegante Pop-Artisten.

Bei so viel Optik trat die Musik fast ein wenig in den Hintergrund. Außer einigen Stücken vom neuen Album, darunter die aktuelle Single „Love etc.”, „Did You See Me Coming” und das wunderbare „All Over The World”, standen hauptsächlich die Hits, aber auch seltener gehörte Stücke aus den 80er Jahren auf der Setlist.

„It´s A Sin”, „Suburbia” und „Always On My Mind” sorgten entsprechend für die größten Begeisterungsstürme, eine Coverversion von Coldplays „Viva La Vida” für die größte Überraschung. Am Ende hingen die weißen Würfel von der Decke, und auf der so freigeräumten Bühne wirkten Tennant und Lowe bei der Zugabe mit „Being Boring” und „West End Girls” dann auch, als wollten sie sagen: „Vergesst das Drumherum, es sind einfach nur wir, die Pet Shop Boys.”
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