Aachen - Per Skype in die Kammerspiele: „Revolution“ geht neue Wege

Per Skype in die Kammerspiele: „Revolution“ geht neue Wege

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Aktionen auf der Bühne bei „Revolution: Alles wird gut“ mit (v. l.) Simon Rußig, Katja Zinsmeister, Sophie Bartels, Ali Can. Foto: Wil van Iersel

Aachen. „Die Welt ist so gut wie noch nie.“ Ali Can hält ein Blatt Papier hoch, auf dem das geschrieben steht. Ein zustimmender Pfiff aus dem Publikum, jemand spendet Applaus. Keine weltfremden Utopisten bekommen bei „Revolution: Alles wird gut!“ eine Bühne.

Vielmehr kreative Köpfe aus der ganzen Welt, die sich nicht in den Fehlentwicklungen und Negativschlagzeilen – und dem Waldsterben – verlieren, sondern aktiv werden, um ihr Lebensumfeld menschlicher zu machen.

Entstanden ist daraus eine Mischung aus Schauspiel, Lesung, Dokumentation und Echtzeit-Interviews, inszeniert von Dominik Breuer und Gunnar Seidel, uraufgeführt in den Kammerspielen des Theaters Aachen.

Ali Can hält kurze Zeit später noch ein Blatt Papier hoch. „Was kann man tun, um die Welt zu verbessern?“ Mit dieser Frage im Gepäck verlässt er das Theater, um sich immer wieder von der Straße via Skype zu melden. Welche Ideen haben die Aachener? Die vier anderen Protagonisten (Sophie Bartels, Anika Pinter, Simon Rußig und Katja Zinsmeister) bleiben namenlos. Sie tragen vor, was sie oder andere in der Welt erlebt haben – in Ghana, Kamerun, Schweden, Indien, Italien und Griechenland.

Es sind kleine Geschichten, hoffnungsvoll und zugleich nachdenklich machend. Denn nicht immer scheinen die Initiativen erfolgreich. Oft fehlt es schlicht und ergreifend am Geld oder an Strukturen, nie am Willen. Gerade das ist die Stärke des Stücks. Es ist nicht realitätsfremd, sondern rückt lediglich das in den Fokus des Betrachters, was manchmal bei allen dramatischen Weltnachrichten in den Hintergrund zu treten scheint: Die Menschheit hat gute Ideen und die langfristige Entwicklung ist positiv. Auch wenn eine Passantin auf Alis Frage das Aussterben der Menschheit als Beitrag zur Weltverbesserung vorschlägt. Die Vielzahl der guten Ideen visualisiert Bühnenbildnerin Franziska Isensee durch flüchtig mit Malerband angeklebte Fotos und Klebezettel auf der Bühnenrückwand.

Wer sich vor Fatalismus und Agonie schützen möchte, dem sei der Theaterabend empfohlen. Ebenso jenen, die sich für die Welt einsetzen. Viel Applaus!

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