Aachen - Pawel Althamer sieht die Welt mit ganz anderen Augen

Pawel Althamer sieht die Welt mit ganz anderen Augen

Von: hjd
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Pawel Althamer (2. von links) erhielt am Sonntag im Ludwig Forum den Aachener Kunstpreis. Zu den Gratulanten gehörten Oberbürgermeister Marcel Phillip (v. li.) Iva Haendly, stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums, und Museumsdirektorin Brigitte Franzen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Alternative Handlungsmuster erproben, die Welt mit anderen Augen sehen - oder besser: eine andere Welt suchen und schaffen, ohne die bestehende dabei aus dem Blick zu verlieren. Das alles und noch viel mehr zeichnet die Kunst von Pawel Althamer aus.

Dafür wurde er am Sonntag im Ludwig Forum mit dem alle zwei Jahre verliehenen und mit 10.000 Euro dotierten Aachener Kunstpreis ausgezeichnet.

Wer wissen will, wie der 1967 in Warschau geborene und dort noch lebende Althamer arbeitet, dem sei der Besuch nicht nur im Forum, wo sein Film „Der Goldene Reiter” und die gleichnamige Skulptur zu sehen sind, sondern auch in der schräg gegenüber liegenden Kirche St. Elisabeth empfohlen. Dort baut Althamer eine Predigtkanzel, von der aus Kinder per Rutsche in den Mittelgang purzeln können. Ermöglicht hat dies Pfarrer Bruder Lukas Jünemann. Kinder hatte Althamer auch bei einer Ausstellung in der Kunsthalle Fridericianum in Kassel in den Mittelpunkt gestellt, wie sich deren künstlerischer Leiter Rein Wolfs in seiner Laudatio erinnerte. Heilig ist Althamer nicht viel.

Der Ausgezeichnete sei ein Visionär mit großem Herz und sozialem Engagement, sagte Wolfs. Nicht unmittelbar politisch in seiner Kunst, vielmehr ein Geschichtenerzähler, der immer danach strebe, neue Freiheiten, neue Ausdrucksmöglichkeiten, neue Sichtweisen zu ermöglichen und dabei Menschen mit einbeziehe, die auf dem ersten Blick nicht viel mit Kunst zu tun hätten: Kinder eben, oder auch Behinderte, sozial Ausgegrenzte, Häftlinge. Getreu Beuys Leichtspruch: Jeder ist ein Künstler.

Den Preis überreichten in der von Forums-Direktorin Brigitte Franzen moderierten Veranstaltung Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp und Iva Haendly, stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums Kunstpreis Aachen und der Freunde des Ludwig Forums. Beide erinnerten noch einmal an die kürzlich verstorbene Irene Ludwig, die sehr glücklich über das einstimmige Juryvotum für Althamer gewesen sei.

Ein Grußwort sprach Monika Fabijanska, die stellvertretende Direktorin der Abteilung für öffentliche und kulturelle Diplomatie im polnischen Außenministerium. Die Werke Althamers sind noch bis zum 20. Februar in Aachen zu sehen.
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