Aachen - Packende Intensität: Michael Vaiman und Dina Yoffe bei Accordate

Packende Intensität: Michael Vaiman und Dina Yoffe bei Accordate

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Ursprünglich war er zusammen mit der Kaliningrader Kammerphilharmonie angekündigt worden, der russische Geiger Michael Vaiman. Das Ensemble musste aber absagen, so dass aus dem Tschaikowsky-Abend mit „russischer Seele“ ein Duo-Abend mit Vaimans Frau, der Pianistin Dina Yoffe wurde.

Das setzte völlig andere Akzente, tat aber der Qualität des Abends in der Accordate-Reihe im wieder einmal ausverkauften Krönungssaal keinerlei Abbruch.

Statt Tschaikowsky gab es „Kostbarkeiten“ von Schubert und Prokofieff, und die wurden auf dem in dieser Reihe gewohnten exzellenten Niveau geboten. Ein frühes Werk des 19-Jährigen und ein spätes aus den Meisterjahren Schuberts bildeten den äußeren Rahmen der Programmfolge. Vaiman, Professor an der hiesigen Musikhochschule, eröffnete das Konzert mit der Sonate a-Moll, einem unspektakulären und lyrischen Werk, in dem der Geiger die Schönheit seines warmen und blühenden Geigentons demonstrieren konnte. Bereits hier offenbarte sich das märchenhaft sichere Zusammenspiel mit Dina Yoffe.

Die klanglichen Differenzierungen dieser Pianistin zeigten sich besonders eindringlich bei den oszillierenden Klängen der Einleitung der C-Dur-Fantasie, die bei aller Klarheit der Struktur von wunderbarer Delikatesse waren. Die beiden Künstler musizierten das großformatige, in seiner latenten Dreisätzigkeit formal klar gegliederte Werk mit höchster spieltechnischer Perfektion, makellos im Zusammenspiel und mit großer tonlicher Intensität des Geigers.

Eine direkte Verbindung von Vaiman zu Prokofieffs 1. Violinsonate ergibt sich dadurch, dass das Werk Vaimans Lehrer, dem großen Geiger David Oistrach gewidmet ist, der es auch uraufführte. Vaiman und Yoffe spielten diese so kontrastreiche, von eingängiger Melodik bis zu hämmernder Motorik reichende Sonate mit packender Intensität und äußerstem Engagement. Das ging tonlich bis an Grenzen, wobei Vaimans Geigenton immer nobel und warm bleibt. Bestechend dabei die auch bei den brutalsten Ausbrüchen gewahrte Klangbalance.

Welch begnadeter Melodiker Prokofieff war, das zeigt sich in seinen Fünf Melodien op. 35, die durch Vaiman und Yoffe eine traumhaft schöne Wiedergabe fanden. Als Zugabe boten die beiden den langsamen Satz aus der d-Moll-Sonate von Johannes Brahms mit einer Tongebung des Geigers, die an seinen Lehrer Oistrach erinnerte, und als Schmankerl zum Schluss ein Wiener Capriccio von Fritz Kreisler.

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