Heimbach - Otmar Alt stellt seine farbigen „Puzzlebilder“ in der Eifel aus

Otmar Alt stellt seine farbigen „Puzzlebilder“ in der Eifel aus

Von: Sarah Maria Berners
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Farben, Puzzleteile und dicke Umrisslinien prägen viele Werke von Otmar Alt. Einige sind ab Sonntag in Heimbach zu sehen. Foto: dpa
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Der Maler Markus Lüpertz steht am 22.05.2014 in Berlin in seiner Ausstellung "Das Grundgesetz. Zum 65. Jahrestag des Inkrafttretens der deutschen Verfassung hat er das Grundgesetz illustriert. Die Gemälde in Berlin erstmals in einer öffentlichen Ausstellung zu sehen. Es sind die Originalwerke, die der bekannte Künstler 2012 für eine Sonderausgabe des Grundgesetzes schuf. Er illustrierte die 19 Grundrechte vor allem mit farbintensiven Landschaftsmalereien. Foto: Maurizio Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Heimbach. „Ich male nicht für die Museen“, sagt Otmar Alt. „Ich male einfach, denn das ist es, was ich am besten kann.“ Trotzdem werden die Werke des 74-Jährigen in Museen und Galerien gezeigt, aber sie sind eben auch im öffentlichen Raum, auf Kaffeetassen, auf einem Zug der Dürener Rurtalbahn, als Bühnenbilder hinter Schauspielinszenierungen zu sehen.

Knallige Farben und kräftige Umrisslinien prägen Otmar Alts „Puzzlebilder“, die oftmals Figuren, Fantasiewesen, Blumen oder Tiere enthalten.

„Ich möchte die Kunst in die Gesellschaft tragen. Sie gehört nicht nur in den Ring der Reichen“, betont Otmar Alt. Und ein Maler, der gehöre nicht nur in sein Atelier. Die Kunst und die Kreativität hätten auch eine soziale Komponente. Auch deswegen gibt der bekannte deutsche Maler, Bildhauer und Produktdesigner gelegentlich Kurse an der Kunstakademie in Heimbach – und dort stellt er ab Sonntag 100 seiner Werke aus. „Kosmos“ ist die Ausstellung überschrieben, die einen Überblick über sein künstlerisches Wirken bieten wird.

„Positive Zeichen setzen“

Die Bilder und Skulpturen von Otmar Alt, der in Hamm lebt und arbeitet, wirken fröhlich und heiter, scheinen genau das Richtige fürs Kinderzimmer zu sein. „Aber ein lustiger Mensch bin ich nicht. Ich bin ein komplizierter Mensch, ich habe in meinem Leben Schmerzen erlitten“, sagt Alt, dessen erste Ehefrau und dessen Sohn früh starben. „Trotzdem bin ich positiv und möchte mit meiner Arbeit positive, frohe Zeichen setzen.“ Auch, weil er denkt, dass die Menschen dann liebevoller miteinander umgehen. Gleichwohl rät er den Menschen, den Mut zu haben, „unter die Leinwand“ zu gucken, sich Zeit zu nehmen, ein Bild wirklich zu verstehen, die Geschichte hinter den puzzleartigen Werken zu lesen. Und nicht nur oberflächlich einen Blick auf die Farben zu werfen und gleich weiterzuziehen.

„Aber dazu hat die Gesellschaft heute ja keine Zeit mehr. Keine Geduld. Die Leute meinen, ein Bild in fünf Minuten begreifen zu müssen“, bemängelt Alt. Er selbst sieht seine Bilder als „Inseln zum Verweilen“. Er wünscht sich, dass die Menschen eine Beziehung zu den Werken aufbauen.

„Die Betrachter sollen sich in das Bild hineingeben, es entdecken“, sagt Alt, der darauf setzt, dass ein jeder eigene Gedanken zu den Bildern entwickelt. Mit den Titeln gibt er eine kleine Hilfestellung, was zu entdecken sein könnte. „Kunst, die man erklären muss, ist langweilig“, findet er. Sein Schatzkästchen sei sein Gehirn. Und das gilt auch für den Betrachter, dessen Fantasie und Kreativität er anregen will.

Otmar Alt ist seit mehr als 50 Jahren in der Kunst und im Kunstgewerbe tätig, hat eine Stiftung, die junge Künstler fördert. Ein jeder müsse seine eigene Sprache, sein eigenes Vokabular finden, sich treu bleiben, aber dennoch Neues ausprobieren und die eigenen Arbeiten immer wieder infrage stellen, rät Alt. So handhabe er es selbst. Ob am Ende Kunst entstehe, das mögen andere beurteilen und definieren.

Vor dem letzten Pinselstrich geht Otmar Alt spazieren. Er liebt die Natur, sie ist eine Inspiration. Die Idee zu seinem häufig verwendeten Katzen-Motiv rührt aber von anderer Stelle: „Ich wollte damals keine Menschen malen“, erzählt Otmar Alt. Seine erste Frau, die habe Katzen geliebt. Deswegen habe er – eigentlich eher ein „Hundefreund“ – dieses Motiv immer wieder aufgegriffen. Ihm gefiel, dass Katzen eine eigene Persönlichkeit haben, nicht so unterwürfig wie Hunde seien. Also hat er sie als Symbole vermenschlicht: „Bei allen Unterschieden können Katzen und Hunde aber gut zusammenleben.“

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