Aachen - „Orte der Macht: Alter Schrein entkleidet und verkleidet

„Orte der Macht: Alter Schrein entkleidet und verkleidet

Von: pep
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Altes Kunsthandwerk und historische Größe präsentiert mit modernster Technik: Die 3D-Projektion des Karlsschreins in der Ausstellung „Orte der Macht“ im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der erste Eindruck muss stimmen. Deshalb beginnt die Aachener Ausstellung „Orte der Macht“ im Krönungssaal des Rathauses mit einem besonderen Effekt: Der Karlsschrein zieht den Blick des eintretenden Besuchers auf sich. Ein gestochen scharf illuminiertes Modell in Originalgröße ermöglicht einen Blick auf den Schrein – so schön und präzise, wie ihn der Besucher im Dom niemals hat.

Die Ausstellungsmacher um Kurator Frank Pohle wollen jedoch noch mehr. Denn auf den Karlsschrein fokussiert sich alles: Karl, seine posthume Verehrung in einem Gehäuse, wie es normalerweise für Reliquien vorgesehen ist, die sakrale Überhöhung dieses Herrschers, das alles mitten in der von ihm erbauten Marienkirche – damals wie heute Herzstück der Stadt. Diese Bezüge nimmt die dreidimensionale Projektion auf. Die vergoldete, reich verzierte Metallhülle entschwindet, der Eichenholzkern wird sichtbar und in ihm die sterblichen Überreste; schließlich werden Motive des heutigen städtischen Lebens auf den Schrein projiziert.

1215 wurden die Gebeine Karls des Großen in den Karlsschrein umgebettet. Der Frankenherrscher war zunächst in dem antiken Proserpina-Sarkophag beigesetzt worden, der heute in der Domschatzkammer steht. Das Längenmaß des Schreinsockels entspricht dem inneren Längenmaß des Proserpina-Sarkophags. Der Schrein hat die Form einer einschiffigen Kirche. Sein Bildprogramm spiegelt die „Heiligkeit“ Karls und dessen Reiches wider: Auf den Dachschrägen werden in acht Reliefs Szenen und Legenden aus dem Leben Karls dargestellt, an den Längsseiten sind 16 fränkische und deutsche Herrscher in willkürlicher Reihenfolge dargestellt.

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