Köln - „Orfeo ed Euridice”: Wenigstens die Stimmen sind gut

„Orfeo ed Euridice”: Wenigstens die Stimmen sind gut

Von: Pedro Obiera
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So lebendig geht es selten zu in Kölns „Orfeo ed Euridice”: mit Maria Gortsevskaya als Orfeo. Foto: Forster/Oper Köln

Köln. Streng und asketisch geht es zu in der zweiten Neuproduktion der Kölner Oper unter der neuen Intendanz von Uwe Eric Laufenberg. Das überraschte angesichts des ernsten Stoffs von Glucks „Orfeo ed Euridice” nicht sonderlich, sorgte nicht ausgerechnet Konrad Junghänel am Pult des streckenweise schlampig aufspielenden Gürzenich-Orchesters für einen erstaunlich zähen Ablauf des anderthalbstündigen Abends.

Der ausgepichte Kenner älterer Musik greift zwar in den Orchester-Intermezzi zu erfrischend raschen Tempi, zeigt sich aber ungewöhnlich unflexibel bei der Gestaltung der zentralen und ausgedehnten Monologe.

So schlagen Glucks Bemühungen um eine menschlich geprägte Opernreform trotz des imponierenden Einsatzes der drei Solisten und des etwas schwerfällig agierenden Chors nicht durch. Das Klischee klassizistischer Glätte lugt aus jedem Takt. Dennoch: Das vokale Niveau lässt für die Zukunft des gebeutelten Hauses hoffen. Maria Gortsevskaya gestaltet die große Rolle des Orfeo stimmlich kultiviert, wenn auch mit begrenzter Intensität.

In Sachen expressiver Erfüllung kann Jutta Böhnert in der kleinen Partie der Euridice punkten und den Lorbeer des Abends für sich einstreichen. Einen sympathischen Amor steuert Anna Palimina bei.

Auf der leeren Bühne herrscht tristes Schwarz, nicht nur in der Unterwelt (Ausstattung: Olaf Altmann). Der Fokus wird mit beeindruckender Konsequenz auf die Figuren gerichtet, aber leider nicht von Junghänel musikalisch mitgetragen. Insgesamt ist es eine nur halb gelungene Neuproduktion, die immerhin dennoch Hoffnungsschimmer für das ramponierte Ansehen der Kölner Oper erkennen lässt.

Die nächsten Aufführungen in der Kölner Oper: 4., 7., 14. und 19. November, 19.30 Uhr. Infos unter 0221/22128400.

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