Orchestergraben statt Ausgrabungsstätte

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Gastdirigent in Aachen: Patrick Lange. Foto: Efren Hernández Arias

Aachen. Beim 5. Sinfoniekonzert steht mit Patrick Lange eines der vielversprechendsten Talente der jungen Dirigentengeneration am Pult des Aachener Orchesters. Der 1981 in Roth bei Nürnberg geborene Musiker ist seit der Spielzeit 2008/09 Erster Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin. Mit dem 28-jährigen sprach unser Redakteur Hermann-Josef Delonge.

Von den Regensburger Domspatzen in den Orchestergraben der Komischen Oper - was braucht man für eine solche Karriere in so jungen Jahren?

Lange: Vor allem Begeisterung. Damit wird ein Kindheitstraum wahr. Für mich stand schon als Zwölfjähriger fest, das ich Dirigent werden wollte.

Warum?

Lange: Als Sänger bei den Domspatzen war ich schon immer vom Orchester fasziniert. Ursprünglich war Archäologe mein Berufswunsch. Aber dann habe ich hautnah erlebt, wie stressig der Beruf ist - und dass man dabei völlig nass werden kann.

Über Stress können Sie sich jetzt aber auch nicht beklagen, wenn man Ihren proppenvollen Terminkalender sieht. Ist das normal für einen Ersten Kapellmeister?

Lange: Nicht unbedingt, aber das liegt auch daran, dass die zweite Kapellmeister-Stelle hier in Berlin nicht besetzt ist. Aber ich bin ganz froh darüber, denn so kann ich viel Erfahrung sammeln.

Wie ist es, als Jungspund vor einem etablierten Orchester zu stehen?

Lange: Je mehr Erfahrung man hat, desto leichter wird es. Am Anfang war da Respekt und auch ein bisschen Angst. Der Respekt ist geblieben. Man muss eine Partnerschaft mit dem Orchester eingehen, dann funktioniert es. Ich kann von diesen erfahrenen Musikern viel lernen.

In Aachen dirigieren Sie neben Schumann und Beethoven auch ein modernes Stück von Bernd Alois Zimmermann. Was ist da zu erwarten?

Lange: Das Stück ist auch für mich neu. Ich erlebe es als eine farbige Komposition mit unterschiedlichen Rhythmen und Elementen. Es passt hervorragend zur fröhlichen Schumann-Sinfonie und zum dunklen Beethoven-Konzert.

Das 5. Aachener Sinfoniekonzert steht unter dem Motto „Am Rhein”. Auf dem Programm stehen Bernd Alois Zimmermanns „Kontraste”, Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37 und Schumanns Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 „Rheinische”. Den Solopart bestreitet der finnische Pianist Henri Sigfridsson, Gewinner des Bonner Beethoven Wettbewerbs 2005. Die Konzerte finden am Mittwoch, 24., und Donnerstag, 25. Februar, jeweils um 20 Uhr im Aachener eurogress statt.
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