Orchester eröffnet ein „Music Lab“ in RWTH-Instituten

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Die letzte Saison von Kazem Abdullah als Generalmusikdirektor steht bevor. Es scheint, dass er sich einige besonders reizvolle Leckerbissen für seine Abschiedsrunde aufgehoben hat.

Dazu gehören nicht nur symphonische Schlachtrösser wie Richard Strauss‘ „Ein Heldenleben“ (12./13. März), Strawinskys einstiges Skandalballett „Le Sacre du Printemps“ (28./29. Mai 2017), Béla Bartóks „Konzert für Orchester“ (23./24. Oktober) und im letzten Konzert Gustav Mahlers 9. Symphonie (9./10. Juli 2017).

Man darf sich auch freuen auf Referenzen vor seiner amerikanischen Heimat mit Samuel Barbers 1. Symphonie und George Gershwins Klavierkonzert in F-Dur (28./29. Mai 2017) sowie mit Stücken großer amerikanischer Jazzkomponisten im Neujahrskonzert.

Und auf Schlüsselwerke des frühen 20. Jahrhunderts wie Ligetis „Concert romanesc“ (23./24. Oktober), Alban Bergs Lulu-Suite, Kurt Weills „Die sieben Todsünden“ und Debussys „La Mer“ (alle am 23./24. April). Erwartet werden darf eine der buntesten Programmfolgen, die in den letzten Jahren zu erleben waren.

Als Schwerpunkte zeichnen sich Werke aus Russland sowie dem orientalischen und Fernen Osten ab. So in der Kopplung von Borodins „Steppenskizze aus Mittelasien“ und Tschaikowskys 2. Symphonie mit zwei Meisterwerken prominenter Vertreter aus dem Fernen Osten, nämlich Tan Duns „Konzert für Pipa und Streichorchester“ sowie Toru Takemitsus „How slow the wind“.

Die Pipa, eine chinesische Schalenhalslaute, ist nicht das einzige exotische Instrument der Saison. Taner Akyols „Konzert für Balama, Klavier, Perkussion und Orchester“, das am 20./21. November uraufgeführt wird, macht mit dem populärsten Zupfinstrument der Türkei bekannt, dem Balama. Bemerkenswert auch die Kopplung original besetzter Klezmer-Musik mit jüdisch inspirierten Werken von Prokofieff und Schostakowitsch („Aus jiddischer Volkspoesie“) am 29./30. Januar.

Erfreulich die Begegnung mit Konzertmeister Felix Giglberger als Solist des Violinkonzerts von Johannes Brahms (23./24. Oktober). Vielversprechend der Auftritt der jungen Pianisten Lise de la Salle in gleich zwei Konzerten. Zuerst mit dem ultrakurzen 1. Klavierkonzert von Prokofieff am 12./13. März sowie dem Klavierkonzert in F von Gershwin am 28./29. Mai 2017.

Die Sonderkonzerte vom Neujahrskonzert bis zur Filmnacht werden beibehalten und um eine interessante neue Reihe ergänzt. Nach dem großen Erfolg von „Einsteins Musicbox“ in der Aula der RWTH wird die Zusammenarbeit mit der Hochschule unter dem Motto „Music Lab“ um Konzerte ausgebaut, die in verschiedenen Instituten mit denkbar unterschiedlichen Programmen zu erleben sind: im Institut für Kraftfahrzeuge, im Werkzeugmaschinenlabor, im Fraunhofer-Institut für Lasertechnik, im Leibniz-Institut für interaktive Materialien.

Ist die Chormusik im Hauptprogramm der Sinfoniekonzerte eher stiefmütterlich vertreten, wird man im Rahmenprogramm reichlich entschädigt mit Brahms‘ „Deutschem Requiem“ unter Leitung von Kazem Abdullah und Mozarts „Requiem“ unter Berthold Botzet sowie Ariel Ramirez‘ „Misa Criolla“ unter Leitung der Chordirektorin Elena Pierini.

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