Oplulente Klänge entfalten sich im Aachener Dom

Von: ob
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Glänzend und stimmungsvoll: die Oktobermusik mit Bach im Aachener Dom. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Nach Haydns „Cäcilien“-Messe im Vorjahr gedachte man dem Aachener Kriegsende im Rahmen der traditionellen Oktobermusik in diesem Jahr mit wesentlich dunkleren Tönen.

Im prall gefüllten Dom sorgte Johann Sebastian Bachs frühe Kantate „Aus der Tiefen rufe ich“ BWV 131 für einen herben, strengen Auftakt, dem mit Mozarts „Requiem“ ein ebenso gewaltiges wie beliebtes Schlüsselwerk des Chor-Repertoires folgte.

Domkapellmeister Berthold Botzet entschied sich beim „Requiem“ für die instrumentale Neufassung von Franz Beyer aus dem Jahre 1979, die etliche Retuschen an der Instrumentierung der gängigen und durchaus verdienstvollen Süßmayr-Fassung enthält und den bisweilen massiven Klang der Süßmayr-Version entschlacken soll. Feinheiten, die in der halligen Akustik des Aachener Doms allerdings nur bedingt zum Tragen kamen. So beeindruckend das Ambiente der Kirche, so problematisch klingen größer besetzte Werke.

Berthold Botzet, als Domkapellmeister seit 16 Jahren im Amt, hat gelernt, damit zu leben und entfaltete eine von starken, fast theatralischen Akzenten durchsetzte Interpretation in zügigen Tempi und voluminöser klanglicher Opulenz. Eine symphonische Werkauffassung, die das Werk verträgt, auch wenn sich manches transparenter und filigraner vorstellen ließe.

Zugleich eine Werksicht, die ihre Wirkung nicht verfehlte, zumal sich Botzet auf seinen glänzend vorbereiteten Domchor ebenso verlassen konnte wie auf ein recht homogenes Solistenquartett und mit dem Aachener Sinfonieorchester auf eine adäquate instrumentale Unterstützung. Jedenfalls mangelte es dem Introitus nicht an einer ausreichend dunklen Grundierung in den Bassstimmen und den fugierten Teilen nicht an beweglicher Flexibilität. Das alles trifft ebenfalls auf Bachs frühe Kantate zu.

Viel Beifall für eine ernste Gedenkstunde, an deren Erfolg die Solisten maßgeblichen Anteil hatten. Genannt seien Monika Eder (Sopran), Henriette Gödde (Alt), Hans Jörg Mammel (Tenor) und Wieland Satter (Bass.)

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