Bonn - Oper „Geisterreiter“ nach Cornelia Funke in Bonn

Oper „Geisterreiter“ nach Cornelia Funke in Bonn

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:
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Das Publikum darf sich ein wenig gruseln: in James Reynolds Opern-Version des Romans „Geisterritter“ von Cornelia Funke an der Jungen Oper Rhein Ruhr in Bonn. Foto: Thilo Beu

Bonn. Die Junge Oper Rhein Ruhr ist ein Zusammenschluss der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg mit den Opern von Dortmund und Bonn, um Musiktheater für junge Leute in großem Stil aufführen zu können, das die einzelnen Jugendabteilungen der Theater in der Regel überfordern würde. Zum dritten Mal fuhr man jetzt mit der Uraufführung von James Reynolds Opern-Version des gleichnamigen Romans „Geisterritter“ der erfolgreichen Autorin Cornelia Funke großes Geschütz auf.

Sowohl was Bühnenbild und technische Ausstattung als auch das Personal mit massiv besetztem Chor und Orchester, vielköpfigem Ensemble, aber auch den Anspruch der Auftragskomposition angeht. Bevor das Stück in Düsseldorf, Duisburg und Dortmund gezeigt wird, erlebte es jetzt seine erfolgreiche Uraufführung im Opernhaus Bonn.

Mit zwei Stunden inklusive einer Pause rührt die Spieldauer an die Grenzen einer Jugendproduktion, wobei Stoff und Machart so starke Parallelen zu vertrauten Genres wie den Harry-Potter-Filmen aufweist, dass die Spannung auch für jüngere Besucher gewahrt bleiben dürfte. Die Handlung kreist um die Erlebnisse des Internats-Schülers Jon Whitcroft, dessen Familie von einem bösen Geist heimgesucht wird, der mit Hilfe von verstorbenen Rittern und anderer realer und irrealer Gestalten besiegt wird.

Eine Geschichte mit einer Prise Grusel, die nach einer cineastisch gefärbten Musik ruft, die der kalifornische Komponist auch liefert. Stilistisch hüpft er wie ein versierter Filmkomponist durch alle Genres vom symphonischen Sound bis zu Hip-Hop-Anleihen, wobei das mit viel Schlagwerk und Effektinstrumenten ausgestattete Orchester für die nötige Farbigkeit sorgt.

Videotechnik im Einsatz

Garantierte die Bühnenbildnerin Tatjana Ivschina in den ersten beiden Produktionen, „Das Mädchen, das nicht schlafen wollte“ und „Die Schneekönigin“, mit den Auftragskompositionen von Marius Felix Lange, mit ihrer unerschöpflichen Fantasie eine optische Aufbereitung von märchenhafter Exotik, griff man für die „Geisterritter“ auf Videotechniken zurück, mit denen sich die Szenenwechsel vom Eisenbahnwaggon in die Schulstube, von einer schaurigen Kathedrale auf einen noch schaurigeren Friedhof reibungslos bewerkstelligen lassen, womit das damit beauftragte Team „fettFilm“ der Nähe zu thematisch ähnlich gelagerten Fantasy-Filmen Rechnung trägt.

Regisseur Erik Petersen lässt es in dieser Hinsicht an nichts fehlen, um Chor und Solisten in den üppig ausgestatteten Kostümen von Kristopher Kempf wirkungsvoll in Szene zu setzen. Und letztlich setzen der Chor des Bonner Theaters und das Beethoven Orchester unter Leitung von Daniel Johannes Mayr musikalische Akzente, wie man sie auch von großen Produktionen für die Erwachsenen gewohnt ist. Das gilt nicht minder für die Besetzung der vielen Rollen mit David Fischer als Jon Whitcroft und Marie Heeschen als dessen Freundin Ella Littlejohn an der Spitze. Ein flottes Märchen mit leichtem Gruselansatz für die ganze Familie.

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