Ohne alle Eitelkeiten

Von: Bernd Schuknecht
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Könner in höchster Konzentration: Eric Clapton beim Düsseldorfer Konzert. Foto: Thomas Brill

Düsseldorf. Zur Live-Premiere von Blind Faith, die 1969 als als erste Supergroup gehandelt wurde, kamen rund 100.000 Fans in den Londoner Hydepark. Doch das „blinde Vertrauen” zwischen Eric Clapton, Ginger Baker, Steve Winwood und Rick Grech reichte nur für vier Monate.

40 Jahre mussten vergehen, damit Eric Clapton und Steve Winwood Mut, Zeit und Lust fanden, es nochmals miteinander zu versuchen. Seit 2009 sind die Ikonen des europäischen Bluesrock mit „Together Live” unterwegs. Im ausverkauften Düsseldorfer ISS-Dome bejubelten rund 10000 Fans die Deutschland-Premiere.

Zunächst Sound-Probleme

Als hätte sich eine kleine private Session auf eine große Bühne verirrt, kommen die Akteure auf die Bühne, lässig, gleichwohl konzentiert. Clapton, mit Brille und längerem Haar, haftet ein wenig Professorales an, Winwood strahlt noch immer etwas von jenem musikbegeisterten Jungen aus, der bereits als 15-jähriges Wunderkind bei der Spencer Davies Group einstieg.

Der Opener „Had To Cry Today” lässt, was den Sound in der Riesenhalle anbetrifft, Schlimmes ahnen, denn Winwoods hohe Stimme geht ziemlich unter. Aber der Mann an den Reglern ist aufmerksam.

Mit „The Shape I´m In” kommt dann zwischen Clapton, Winwood sowie Robert Stainton (Keyboards), Willie Weeks (Bass) und Steve Gadd rockige Spielfreude auf. Vier Jahre trennen die Protagonisten, Clapton (65) und Winwood (61), unterschiedliche Musiker haben ihre Entwicklung beeinflusst.

Bei Gitarrist Clapton sind es Vertreter des klassischen Blues. Bei Organist Winwood ist es eher der frühe Soul eines Ray Charles, der mit „Georgia On My Mind” zu Ehren kommt.

Die Unterschiede werden heute als ideale Ergänzung begriffen. „Slowhand” Clapton packt seine Emotionen in ein ruhiges, fast abgeklärtes Spiel, während Winwood den Anschein macht, bei seiner Hammond-Orgel noch immer auf der Suche nach neuen Klangfarben zu sein.

Wie eng jedoch beide musikalisch beiander sind, zeigt der akustische Teil, bei dem beide Musiker jenseits jeglicher Eitelkeit den Blues-Weg finden. Ergriffene Andacht löst sich beim Publikum in frenetischem Jubel auf.

Weitere Deutschland-Konzerte am 2. Juni/Berlin, am 3. Juni/Hamburg, 5. Juni/München.
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