Nicht alltägliches Spektakel vor dem Hoesch-Museum

Von: Hannes Schmitz
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Ein nicht alltägliches Spekta
Ein nicht alltägliches Spektakel vor dem Leopold-Hoesch-Museum. Der Anfang vom „Ursprung” war zu begutachten, eine Installation des renommierten Künstlers Ulrich Rückriem (mit weißer Kappe). Foto: Schmitz

Düren. Der Anfang vom „Ursprung” war Schwerstarbeit. Tonnenschwere Felsblöcke wurden auf dem Areal vor dem Leopold-Hoesch-Museum abgeladen, die in Knochenarbeit mit Hilfe eines Krans zu einer rund 80 Tonnen schweren Steinskulptur werden sollen.

Ulrich Rückriem hat das Kunstwerk aus „Anröchter Dolomit” gestaltet. In einem Steinbruch nahe Lippstadt wurden die Brocken aus 360 Millionen Jahre altem Kalksandstein gebrochen. Sechs Felsquader insgesamt, die dann - einzeln auf Lastkraftwagen verladen - die Tour nach Düren antraten.

Im Zwei-Stunden-Takt

Im Zwei-Stunden-Takt erreichten die Trucks die Kreisstadt. Ein riesiger Kran hievte die Blöcke an den Aufstellungsort. Eine Dreier-Crew war dann damit beschäftigt, die einzelnen Felsmassen wieder so zusammenzusetzen, als wäre es ein einziger Dolomit-Block, der einmal die Ausmaße 200 mal 500 mal 400 Zentimeter haben wird. Mittendrin im Geschehen: Künstler Ulrich Rückriem, der den Versuchen mit Kran und Ketten wieder aus den „Felsplatten” eine Einheit zu schaffen, nicht wirklich etwas abgewinnen konnte und mehr auf traditionelle Vorgehensweise setzte. Für den Titel der entstehenden Skulptur - zwei Tage sind angesetzt - hatte er eine einfache Erklärung. „Ich mache nichts mehr, außer zeichnen am Küchentisch”, erklärte er im Gespräch. So wird die neue Stein-Installation vor dem Leopold-Hoesch-Museum möglicherweise der Abschluss seiner bildhauerischen Tätigkeit sein und gleichzeitig Erinnerung an eine international erfolgreiche Künstlerlaufbahn, die einst als Steinmetz in Düren begann.

Es ist ein Blick in die Vergangenheit, die mit Rückriems erster Einzelausstellung 1964 im Leopold-Hoesch-Museum unter der Leitung von Dr. Heinrich Appel begann. Ulrich Rückriem porträtierte den damaligen Museumsdirektor in Stein und ging damit bereits in die Sammlung des Hauses ein. Nun ist der mittlerweile 73-Jährige zu „seinem Heimatmuseum” zurückgekehrt und erregte erst kürzlich mit seiner Ausstellung „Night & Day” große Aufmerksamkeit. Die musste er allerdings in den vergangenen Tagen mit dem Spektakel vor dem Museum teilen, wobei die vielen Kiebitze erlebten, dass „Natur vielfach Ursprung der Kunst” ist, wie es Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann formulierte. Für sie fungiert Ulrich Rückriem, der alles in seiner gelassenen, griemelnden Art verfolgte, als „Ankerkünstler” für das Leopold-Hoesch-Museum und ein Aushängeschild für die Stadt Düren, insbesondere wegen der „Rückriem-Stelen”.

Die Installation selbst wurde möglich dank einer „Industriespende”. Aber auch der renommierte Künstler kam nicht mit leeren Händen. Schon bald wird eine umfangreiche Schenkung des Künstlers ans Museum erfolgen. Auf ein Künstlerhonorar hat er im Übrigen verzichtet.
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