Nach „Zwei Leben“: Neuer Zeppenfeld-Film kommt in Kinos

Von: Günter H. Jekubzik
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Neue Projekte: der Aachener Filmproduzent Dieter Zeppenfeld. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Nach der Aufregung um die Beinahe-Nominierung des Stasi-Dramas „Zwei Leben“ für die Oscars und nach dem Erfolg des Films beim Deutschen Filmpreis mit einer Lola in Bronze ist es keinesfalls ruhig geworden um Dieter Zeppenfeld und seine Aachener Filmproduktionsfirma Zinnober.

Mit Peter Dinklage, dem Star aus „Game of Thrones“, kommt nun „Taxi“ in die Kinos. Die Geschichte einer Taxifahrerin im Hamburg der 80er Jahre – nach dem gleichnamigen Roman von Karen Duve inszeniert von Kerstin Ahlrichs – feiert am Sonntag Vor-Premiere in Aachen. Produzent Zeppenfeld wird den Film persönlich vorstellen.

Auch wenn „Taxi“ am Donnerstag in bundesweit 75 Kinos starten soll, bleibt Zeppenfeld bescheiden: Der Film sei eindeutig kleiner als „Zwei Leben“. Immerhin aber kann er wieder mit einem internationalen Star aufwarten: nach Liv Ullman in „Zwei Leben“ nun Peter Dinklage. Doch auch dabei bleibt der Produzent realistisch. Obwohl Dinklage eindeutig „Held“ in „Game of Thrones“ sei, werde er wohl kaum Fans der TV-Serie in einen deutschen Kinofilm locken.

Der Stoff von „Taxis“ ist da doch von anderer Art. Es gibt zwar einen – von „Tech-Nick“ Antoine Monot Jr. gespielten – Taximörder, doch dahinter steckt nur einer der vielen gelungenen Scherze und keine echte Bluttat, wie sie bei „Game of Thrones“ unerlässlich sind.

In der Geschichte um Alexandra (Rosalie Thomass), die ihre Ausbildung zur Versicherungskauffrau schmeißt, um mit dem Taxi durch die Hamburger Nacht zu fahren, ist ein ganz anderer Dinklage zu erleben. In der Rolle des Marc, dem sensiblen und frustrierten Geliebten der ruppigen Alex, knüpft er an seine Leistung in früheren Filmen an, in denen er sich als Charakterdarsteller profilierte.

„Taxi“ ist – bei all den faszinierend verkrachten Typen (Stipe Erceg, Robert Stadlober, Armin Rohde) in fantastisch ausgeleuchteten Hamburger Taxi-Nächten, bei allem trockenen Humor und dem genialen Soundtrack – auch eine ernste Geschichte um eine unabhängige Frau, die ihre Bindungsangst überwindet.

Preisgeld ist gebunden

Obwohl Zeppenfeld „Taxi“ wieder zusammen mit Rudi Teichmann von B&T Film produziert hat, ist dies nicht der direkte „Nachfolger“ von „Zwei Leben“. Noch am Abend der Lola-Preisverleihung im Mai 2014 hatte das Team um Zeppenfeld und Regisseur Georg Maas verabredet, dass sie einen weiteren Film zusammen machen wollen. Regie, Kamera, Kostüme, Schnitt: Alle sollten wieder dabei sein. Das Preisgeld von 375.000 Euro, das mit dem Filmpreis in Bronze verbunden ist, gilt als „Referenzmittel“, wird also nur an die beiden Produzenten für ein Folgeprojekt ausgezahlt. Was hilft, aber bei Kosten von mehreren Millionen selbst für ein kleines Projekt nur einen kleinen Teil der Finanzierung darstellt.

Zeppenfeld und Teichmann wollen die Mittel in eine Literatur-Verfilmung oder in ein Beziehungsdrama unter dem Druck der Judenverfolgung stecken. Zur dieser Geschichte, die in einem Versteck in Amsterdam spielt, wird es auch einen Dokumentarfilm geben. Zeppenfeld und Maas haben die Hauptfigur bereits in Israel besucht und interviewt.

Dazu will Zeppenfeld 2016 ein Projekt über eine umstrittene „Nathan“-Inszenierung mit deutschen, israelischen und palästinensischen Schauspielern produzieren. Das Verhältnis zwischen Palästinensern und Israelis kommt zur Sprache, aber auch, wie die Nazi-Zeit die politische Haltung Israels bis heute beeinflusst. Selbst will der ehemalige Lehrer eine Dokumentation über Spiritualität bei Kindern und Jugendlichen drehen. Man spürt, dass die eigene Regiearbeit ihm noch mehr Freude macht. So sind auf jeden Fall exklusive Premieren guter Filmprojekte in Aachen noch eine Weile gesichtert.

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