Musikhochschule Aachen glänzt bei Bachs Meisterwerk

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Aachen. Bachs „Weihnachts-Oratorium“ fast vier Wochen nach dem Christfest aufzuführen, ist zwar ungewöhnlich, aber legitim. Warum auch sollte die Freude über die Geburt des Messias, die Bach so unvergleichlich festlich und reflektiert in Töne fasste, genauso schnell verblassen wie Kerzenschein und Tannengrün?

Nach Mozarts „Requiem“ im letzten Jahr stimmten jetzt größere Ensembles der Aachener Musikhochschule mit den ersten drei Kantaten des Weihnachts-Oratoriums und einer weniger bekannten Weihnachtskantete freudigere Töne an. Und das Niveau der von Hermann Godland geleiteten Aufführung in der nahezu voll besetzten Kirche St.-Michael in Aachen-Burtscheid trug dazu bei, dass sich die Freude auf das Publikum übertrug.

Chor, Kammerorchester und acht Gesangssolisten der Musikhochschule, verstärkt durch den Chor der Musikschule, Ars Cantandi, nahmen durch eine frische, sorgfältig vorbereitete Interpretation für sich ein. Godland schlug forsche Tempi an, nutzte die jugendliche Energie der sauber intonierenden und textverständlich agierenden Sänger und vermied es, in heiklen Teilen wie den langen Alt-Arien oder der Sinfonia zur 2. Kantate ins Schleppen zu geraten. Dazu trugen auch die Solisten bei, etwa die Altistin Mareike Jankowski, die so lebendig phrasierte, dass die vielen Wiederholungen kaum an Spannung einbüßten.

Überhaupt waren überaus starke Solisten zu hören, die auf ein beachtliches Talentpotenzial und eine exzellente Unterrichtsarbeit schließen lassen. Stellvertretend sei hier nur der Tenor Q-Won Han genannt, der den Evangelisten mit nahezu perfekter Phrasierung und exzellenter Diktion gestaltete. Auch die schwierigen Aufgaben des Orchesters und der Instrumentalsolisten waren bei den jungen Musikern gut aufgehoben. Viel Beifall für eine wiederum rundum gelungene Leistungsschau unserer Musikhochschule.

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