Musical „West Side Story“ ist ein Dauerbrenner

Von: Sabine Rother
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Faszination „West Side Story“: Auf der Bühne des Aachener Theaters werden am 15. Mai zum 50. Mal „Sharks“ gegen „Jets“ im Musical von Leonard Bernstein kämpfen, mittendrin das Liebespaar Tony und Maria. Foto: Ludwig Koerfer
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Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck freut sich über den großen Erfolg des Musicals. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Mit Jubel begrüßt und sofort ein Dauerbrenner: Als die Produktion des Musicals „West Side Story“ von Leonard Bernstein am 21. September 2014 im Theater Aachen die Spielzeit 2014/15 eröffnet, ahnt noch niemand, dass die Inszenierung von Ewa Teilmans ein solcher Erfolg werden sollte.

Am Sonntag, 15. Mai, geht die 50. Ausgabe der rasanten Geschichte um rivalisierende Jugendbanden und das tragische Liebespaar Tony und Maria im Manhattan der 50er Jahre über die Bühne. 40.000 Besucher haben dann von September 2014 bis Mai 2016 ein Musical erlebt, das seine Anziehungskraft offensichtlich niemals verlieren wird.

„In meinen inzwischen elf Jahren in Aachen habe ich das noch nicht erlebt“, versichert Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck, der mehrfachen Grund zur Freude hat. Drei Mal hat er sich um die Aufführungsrechte für „West Side Story“ bei den Bernstein-Erben bemüht – zwei Mal ohne Erfolg , und plötzlich klappte es. „Wir müssen extrem viele Auflagen erfüllen“, berichtet der Theaterchef.

„Die Rollen müssen ausnahmslos alle besetzt werden, man darf keine Szene streichen, keine Frauen in Männerrollen oder Männer in Frauenrollen spielen lassen.“ Genau wird überprüft, ob es sich um ein Theater mit einer gewissen Größe handelt – Aachen wurde akzeptiert, Bonn nicht. „Die ,West Side Story‘ steht übrigens in diesem Jahr auf dem Spielplan der Salzburger Festspiele“, weiß Schmitz-Aufterbeck.

Und noch eine Bedingung: das Ballett. Eine über 20-köpfige Truppe wurde für die Aachener Inszenierung zusammengestellt und entwickelte mit Choreograph Joost Vrouenraets eine starke Eigendynamik. „Alle Tanzszenen haben eine dramatische Funktion, da ist nichts einfach nur Unterhaltung oder Beiwerk“, betont der Generalintendant.

In getrennten Trainingscamps haben die „rivalisierenden“ Gruppen die Choreographie erarbeitet. Auf diese Weise teilte sich die international gemischte Aachener West-Side-Story-Company in US-amerikanische „Jets“ und puertoricanische „Sharks“, die in der West Side von Manhattan ihren Bandenkrieg austragen.

„Sie sind sogar gemeinsam durch die Stadt gelaufen, um ein Gefühl für die Straße zu bekommen“, erinnert sich Schmitz-Aufterbeck. Engagiert wurden nur Tänzer, die die „West Side Story“ noch nie getanzt hatten und sie in Aachen für sich entdecken mussten. Es fiel nicht immer leicht, diese muntere Schar zu disziplinieren und pünktlich zum Proben zu bewegen.

„Das war manchmal so, als müsste man einen Sack Flöhe hüten“, lächelt der Generalintendant, der sich ausführlich mit den Hintergründen des Stücks beschäftigt hat, das am 26. September 1957 in New York uraufgeführt wurde – als Mischform aus Oper, Theaterstück und Musical. Den ersten Titel „East Side Story“ kennen nur jene, die sich intensiver mit der Geschichte des Werks beschäftigen.

Die Idee dazu hatte Bernstein bereits 1949. In seiner ursprünglichen „East Side“ rivalisierten katholische (italienische) und jüdische Einwanderer miteinander – doch der Konflikt hatte sich noch vor der Uraufführung erledigt. Also schwenkte Bernstein beziehungsweise Autor Arthur Laurents zur „West Side“ um und schuf damit einen Welterfolg.

In Aachen kam noch das Problem hinzu, dass normalerweise Opernsänger Musical-Rollen meiden sollten, weil sie sich damit die Stimme kaputt machen könnten. „Patricio Arroyo und Camille Schnoor haben die Hauptrollen trotzdem fabelhaft gemeistert und sich dabei nicht geschadet“, betont Schmitz-Aufterbeck. „Sie haben zum Glück noch jugendlich-leichte Stimmen.“

Auf die nicht nur künstlerische, sondern auch logistische Leistung, eine solch große Produktion, die mehrfache Wiederaufnahmen erlebte, immer wieder zu stemmen, sind alle stolz. Zwischendurch mussten Verträge erneuert werden – und die Tantiemen flossen. „Da wir ja kein Ballett mehr haben, mussten wir die Tänzer alle extra bezahlen, das verteuert so eine Inszenierung, aber trotzdem können wir ein Plus verzeichnen“, verrät Schmitz-Aufterbeck.

Zum ultimativ letzten Abend mit der „West Side Story“ am 15. Mai gibt es zwar offiziell keine Eintrittskarten mehr, aber man könnte dennoch an der Kasse Glück haben. Die Vorstellung beginnt um 18 Uhr – die Party danach um 21.30 Uhr.

Und hier sind auch jene eingeladen, die keine Karte mehr bekommen haben oder vorher schon im Stück waren. Der Orchestergraben wird geschlossen, dann dürfen alle auf der Bühne tanzen – vielleicht sogar mit „Tony“, „Maria“ und den raufenden Jungs von der West Side in Manhattan. Eintritt frei.

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