Düsseldorf - Museum Kunstpalast präsentiert Werke von Andreas Achenbach

Museum Kunstpalast präsentiert Werke von Andreas Achenbach

Von: Helga Meister
Letzte Aktualisierung:
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Bis zum 1. Oktober im Museum Kunstpalast in Düsseldorf zu sehen: Werke von Andreas Achenbach (1815-1910), darunter diese „Küstenlandschaft“ (1848). Foto: Museum LA8 Baden-Baden

Düsseldorf. Andreas Achenbach (1815-1910) ist für den Sammler Wolfgang Peiffer der berühmteste Maler der Düsseldorfer Malerschule des 19. Jahrhunderts. Was den Mann aus Baden-Baden an ihm fasziniert, ist der „freie und unabhängige Geist“.

Er sei kein Rheinländer im klassischen Sinn gewesen, der schöne Bilder malt, sondern ein „provokanter Rheinländer“, der in seinen politischen Karikaturen gegen die preußische Herrschaft anrannte. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt Peiffer, Achenbach habe die bürgerliche Gesellschaft politisiert. Für den Sammler ist er daher eine „Jahrhundertfigur“. Trotz seines Ruhmes, seiner Erfolge und seines gesellschaftlichen Aufstiegs habe der Maler den Adelstitel abgelehnt. „Revolutionär und Malerfürst“ nennt er seine Ausstellung im Düsseldorfer Museum Kunstpalast, die ein neues Licht auf den Künstler wirft.

Seine Sammelleidenschaft ist ganze 20 Jahre alt und sie führte ihn bis nach Amerika. Schon der Lebensweg des Künstlers, den der Sammler im sehr informativen Katalogbuch beschreibt, ist außergewöhnlich.

Mit zwölf Jahren schon Student

Andreas Achenbach stammt aus einer vermögenden Industriellenfamilie, die 1818 für fünf Jahre nach St. Petersburg umsiedelte, um dort eine eigene Fabrik aufzubauen. Als Dreijähriger erhielt der Filius Zeichenunterricht. Dem Sechsjährigen sagte sein Zeichenlehrer, er habe ausgelernt. Wieder zurück in Düsseldorf, studierte er mit zwölf Jahren an der Kunstakademie und verkaufte mit 16 Jahren sein erstes Bild an den Kunstverein.

Immer wieder begleitete er den Vater auf Reisen, nach Russland, Dänemark und Schweden, aber machte sich stets seinen eigenen Reim auf die Welt. Die Biografie von Peiffer verdeutlich, was dieser jugendliche Draufgänger alles anstellte. So wanderte er nach München und Frankfurt aus, als Wilhelm von Schadow vermeintlich preußische Künstler bevorzugte. Per Akklamation landete er 1848 im neu gegründeten Malkasten.

Und schoss sich in der Karikatur auf Louis-Philippe ein, der Frankreich fluchtartig verlassen hatte und seinen Schatz im dicken Bauch nach England beförderte. Auf dem Thron aus lauter Münzen sitzt dieser König Mammon und stopft sich die Taschen voll. Ihn umgibt eine Gloriole aus Anteilsscheinen, als sei Achenbachs Namensvetter Helge im Spiel.

Eines der bittersten Blätter von 1848 zeigt eine im Gehen erfrorene „Schildwache“. Dem armen Teufel verpasst der Künstler sogar das Bibelzitat aus der Offenbarung Johannes: „Sei getreu bis in den Tod, und ich will dir die Krone des ewigen Lebens geben.“ Eine Ohrfeige gegen die Herrschenden von Kirche und Staat ist auch das Blatt, in dem ein „Volksvertreter“ auf dem Volk herumtritt.

Für den Malkasten vollbrachte der betuchte Künstler seine erste Meisterleistung. Als das Jacobische Gut am Schloss Jägerhof zum Verkauf stand, kaufte er es mit seinem Freund Alexander von Sybel 1857. Drei Jahre später verkauften beide das Grundstück an den Künstlerverein, nachdem die Voraussetzungen dafür geschaffen waren, dass Künstler ein Domizil von elf Morgen besitzen konnten.

Als aus der Revolution nichts wurde, trauerte er ihr nicht nach, sondern konzentrierte sich auf das, was ihn berühmt machen sollte: die Malerei. Die atmosphärische Qualität der Farbe betört noch heute. Die Gischt des Wassers hat keiner so brillant wiedergegeben wie er. Wasser- und Nebelschwaden, bläuliche Kälte und warmes Orange in gewittrigen Hintergründen gehören zu seinen Meisterleistungen. Das relativ kleine Format „Zwielicht“ von 1859 erinnert an Turner, nur wirkt der deutsche Maler zupackender im Malduktus.

Seine Kunst ist begehrt. Bettina Baumgärtel, die Kuratorin der Ausstellung, kann es nicht oft genug sagen, was für einen Erfolg er mit seiner Kunst erzielt. Das Licht, die Luftfeuchtigkeit, die differenzierende Erscheinung der Farbe sind begehrt. Prinzen und Könige reißen sich um diese immer auch effektvolle Kunst. Achenbach ist der erste Düsseldorfer Maler mit internationalem Erfolg bis nach Amerika. Die Lieferzeiten seiner Produkte betragen oft mehr als ein ganzes Jahr. Und er verlangt Höchstpreise.

Er steigt zum Malerfürsten auf, ist Ehrenbürger der Stadt. Als er schließlich 1910 stirbt, erhält er ein Staatsbegräbnis mit Ehrengrabmal.

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