„MozARTe“-Festival: Filigrane und druckvolle Klavierklänge

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Es ist ein guter Brauch des „MozARTe“-Festivals, im Eröffnungskonzert zwei prominente Mitglieder der Wettbewerbs-Jury vorzustellen. So auch zum Auftakt des des fünftägigen Festivals, mit dem die Chinesin Yuanxizi Li und der Spanier Leonel Morales im recht gut besuchten Kammermusiksaal der Musikhochschule mit Werken von Mozart, Chopin und Rachmaninow auf die kommenden Ereignisse einstimmten.

Die Akzente wurden allerdings etwas ungleich verteilt. Yuanxizi Li, Klavierdozentin an der Akademie von Gulangyu, begnügte sich mit der filigranen Sonate in B-Dur KV 570 von Wolfgang Amadeus Mozart. Zu hören war eine unprätentiöse, einfühlsame, in Artikulation und Phrasierung blitzsauber ausgearbeitete Interpretation, die Charme und Ausdrucksvielfalt des Werks in gleichem Maße zum Klingen brachte.

Leonel Morales, Professor in Madrid und Salzburg sowie langjähriges Jury-Mitglied von „MozARTe“, stemmte mit der 3. Sonate von Frédéric Chopin und vor allem mit der 2. Sonate von Sergej Rachmaninow ein denkbar gegensätzliches Programm. Mit druckvollem Anschlag ging er das Chopin-Opus an, ohne den Ton zu vergröbern, so dass das spezifische, lyrisch singende Kolorit der Musik vor allem an den Nervenzentren der Sonate, den Seitenthemen und dem langsamen Mittelsatz, überzeugend zum Tragen kam.

Wie ein Fremdkörper in einem Mozart geweihten Festival nimmt sich dagegen Rachmaninows 2. Sonate aus, die auch nach Rachmaninows eigener Revision den Beigeschmack pianistischer Schwerathletik nicht abstreifen kann. Das mit perlendem Laufwerk und diffizilen Arabesken durchsetzte Klangbild gerät schnell in dynamische Extrembereiche, die die akustischen Gegebenheiten eines relativ kleinen Saals wie dem der Musikhochschule sprengen.

Eine kleine Beruhigungspille als Zugabe wäre wünschenswert gewesen. Doch dazu fühlte sich der völlig ausgepumpte Musiker nicht mehr in der Lage.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert