MozARTè: Erster Preis des Aachener Klavierwettbewerbs wird geteilt

Von: Thomas Beaujean
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Die Sieger des Aachener Klavierwettbewerbs MozARTè: (von links sitzend) Ayaka Shigeno (2. Preis), Elisaveta Ivanova (1. Preis), (von links stehend) Michal Szymanowsky (Sonderpreis), Peter Naryshkin (3. Preis), Leonel Morales Herrero (1. Preis). Foto: Florian Koltun

Aachen. Wer die Finalrunde des internationalen Klavierwettbewerbs MozARTè im Ballsaal des Alten Kurhauses in Aachen besuchen wollte, der musste sich von vorneherein auf eine lange Veranstaltung gefasst machen. Und so dauerte es auch bei der 12. Auflage des hochkarätigen Wettbewerbs satte dreieinhalb Stunden, ehe die Rangfolge der Finalisten bekanntgegeben wurde.

Das erfordert für alle Anwesenden einen langen Atem, den denn auch nicht alle aufzubringen bereit waren, trotz der Spannung, die nun einmal über einem solchen Finale liegt.

Von den insgesamt 31 Teilnehmern aus 13 Ländern, davon der mit Abstand größte Anteil aus Fernost, hatten es zehn in die zweite Runde geschafft. Aus diesen wählte die sechsköpfige Jury mit den Vorsitzenden Andreas Frölich und Ilja Scheps an der Spitze, beide Professoren an der hiesigen Musikhochschule, vier Teilnehmer an der Finalrunde aus. Da in diesem Jahr zum ersten Mal aus Spargründen auf ein Orchester verzichtet werden musste, gab es nicht mehr vier Mozart-Klavierkonzerte, sondern ein von den Endrunden-Teilnehmern selbst gewähltes Programm. Eine heikle Aufgabe für die ohne Bewertungsbögen urteilenden Juroren, war doch der unmittelbare Vergleich von stilistisch ähnlich gelagerten Werken so nicht möglich.

Exzellentes Niveau

Da galt es zu bewerten, wer der vier Kandidaten am überzeugendsten seine selbst gestellte Aufgabe bewältigte. So waren an diesem Abend Interpretationen von Werken von Prokofiev, Beethoven und Chopin zu vergleichen, wobei die Sonate Nr. 8 B-Dur von Sergej Prokofiev gleich von zwei Kandidaten, dem Spanier Leonel Morales Herrero und der Russin Elisaveta Ivanova ausgewählt worden waren. Peter Naryshkin aus der Ukraine spielte Chopins Sonate h-Moll mit kernigem, leuchtenden Diskant, wobei es der imponierenden Darstellung noch an letzter klanglicher Differenzierung mangelte.

Ayaka Shigeno aus Japan setzte bei Beethovens Sonate Nr. 57 „ Appassionata“ auf schärfste dynamische Kontraste und große Dramatik. Das Gesamtniveau der Darbietungen an diesem Abend war exzellent, die spieltechnische Bewältigung ohne Fehl und Tadel.

Zumal bei den Interpretationen der vielschichtigen Prokofiev-Sonate durch Herrero und Ivanova, deren Vergleich äußerst spannend war.

Da ging es um Nuancen, Details, die von dem Spanier und der Russin mit kleinen individuellen Unterschieden geboten wurden.

So fällten die Juroren am Ende eine salomonische Entscheidung: Beide Prokofiev-Interpreten teilten sich den ersten Preis, die Japanerin Ayaka Shigeno erspielte sich mit Beethoven den zweiten und der Ukrainer Peter Naryshkin mit Chopin den dritten Preis. Der Pole Michal Szymanowski verkürzte die lange Wartezeit mit der zauberhaften Wiedergabe des ersten Satzes einer Mozart-Sonate.

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