Mitsingen ist hier sehr gerne erwünscht

Von: Rolf Hohl
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Mitsingen war angesagt am Samstag auf dem Aachener Katschhof: Im Rahmen der Chorbiennale zeigten die ganz jungen Sängerinnen und Sänger von sieben Grundschulen und das Aachener Studentenorchester ihr Können, und das Publikum machte begeistert mit. Foto: Nicole Harald

Aachen. Den Aachener Katschhof als Kulisse zu haben, dürfte selbst für erfahrene Musiker ein besonderes Erlebnis zu sein. Ein Erlebnis, das am vergangenen Samstag viele musikalische Schüler und Studierende gleich selbst erfahren durften.

Bei der 4. Internationalen Chorbiennale in der Kaiserstadt sorgten die Jekiss-Klassen der Aachener Schulen und das Studentenorchester ASO für einen klangvollen Nachmittag zum Mitsingen.

„Fühlt Ihr Euch wohl im Bauch und auf den Stufen?“, wollte Dirigent Justus Thorau schon bei der Hauptprobe von den jungen Musikern wissen. Schließlich lagen anstrengende Wochen hinter ihm und dem Studentenorchester. „Wir hatten insgesamt nur drei Proben für den Auftritt heute“, erklärte er nach dem Konzert. „Normalerweise übt ein Orchester die Stücke ungefähr ein halbes Jahr, bevor sie aufgeführt werden.“

Die letzten Korrekturen

Der 1986 geborene Berliner ist seit kurzem Erster Kapellmeister am Theater Aachen und hat eigens für dieses Konzert die Leitung des Studentenorchesters übernommen. Dazu kamen noch weitere Musiker aus anderen Orchestern, um dieses zu komplettieren – ein ziemliches Durcheinander also. Trotzdem ist es Thorau gelungen, daraus ein funktionierendes Ensemble zu formen. „Der Qualitätssprung vom Anfang bis zum Ende ist bei einem Orchester aus Laienmusikern natürlich viel größer. Das motiviert die Studierenden aber auch, wenn man die Fortschritte so deutlich sieht.“

Noch während sich der Katschhof langsam mit Zuschauern füllte, brachte er letzte Korrekturen im Spiel seiner Musiker an. Dann endlich eine kleine Pause, denn jetzt kam die Zeit der Jekiss-Klassen unter der Leitung von Harald Nickoll. Jekiss ist die Abkürzung für „Jedem Kind seine Stimme“, und eben diese erhoben die Kinder von sieben Grundschulen aus Aachen und dem Umland. Sie beschränkten sich aber nicht nur auf ihre Texte, sondern gaben, etwa bei ihrem „Jekiss“-Lied, auch noch eine kleine Choreographie zum Besten.

Wo vorher noch die Kinder standen, nahmen dann die Studenten und Chorsänger ihre Plätze ein. Wie bei einem „Sing along“ üblich, sang auch das Publikum nun zu den Liedern mit. Passend zum Thema „Frankreich“ wurden unter anderem bekannte französische Volkslieder wie „Le coq“, „Frère Jacques“ und die Nationalhymne „Marseillaise“ gespielt.

Dem Laien im Publikum fiel jedenfalls nicht auf, dass das große Orchester in dieser Konstellation und mit den neuen Stücken erst so wenige Proben hinter sich hatte. Und auch von den Zuschauern zeigte sich Thorau begeistert. „Ich würde mir manchmal wünschen, dass das Publikum im Theater auch etwas lockerer wäre. Das macht den Musikern und mir dann richtig Spaß, wenn etwas von ihnen zurückkommt“, sagte er.

Nach der Zugabe des bereits eingangs gespielten „Land of Hope and Glory“ kehrte auf dem Katschhof zufriedene Ruhe ein. Für Thorau war es eine Art Rückkehr zu früheren Zeiten, als er noch das Studentenorchester in Freiburg dirigierte. Nun hatte er mit den Aachener Schülern und Studierenden für einen kleinen Höhepunkt der Biennale im Herzen der Stadt gesorgt.

„Wenn es Ihnen gefallen hat, kommen Sie mich doch einmal im Theater besuchen, gleich hinter dem Dom“, empfahl er dem Publikum schließlich – und der eine oder andere wird diesem Rat vermutlich folgen.

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