Mischung auf der Burg stimmte

Von: Christoph Hahn
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Abschied von der Burg: In Monschau gab es am Sonntag die letzte Aufführung im Rahmen des Klassik-Festivals. Foto: Christoph Hahn

Monschau. Etwas ist anders geworden bei den „Monschau Klassik”-Festspielen auf der Burg hoch über dem malerischen Städtchen in der Nordeifel: Die Zeit der Billigproduktionen mit Ensembles aus Ost- und Südosteuropa scheint, zumindest vorerst, vorbei zu sein.

Stattdessen setzen das von Esther Hilsberg geleitete Ensemble der Kölner Kammeroper und die von ihrer Schwester Inga dirigierten Symphoniker aus der Rheinmetropole Zeichen für eine Entwicklung zu einer soliden bis besseren Programmpolitik.

Mit einer Operngala ging nun am Sonntagabend das elfte Festival nach seiner Wiederbegründung im Jahr 2000 zu Ende.Tapfer waren sie allemal gewesen - das Wetter verlangte tageweise selbst von tapferen, an Tücken von Freiluft-Inszenierungen gewöhnten Künstlern eine gewisse Leidensfähigkeit.

Herbstliche Akzente

Es ging halt zu, wie es am Eifeler Himmel manches Mal zu geht: sommerlich mit fühlbaren herbstlichen Akzenten. Der Kunst der Kölner taten die bisweilen frostigen Temperaturen indes keinen Abbruch: Von harm- und belanglosen Inszenierungen bis hin zu fesselnden Stücken war so ziemlich alles zu sehen, was Theaterensemble und Orchester können. Die Mischung stimmte. Vielen Ansprüchen und Geschmäckern wurde Rechnung getragen.

Durchaus anspruchsvoll begann das Programm mit Puccinis „La Bohme” und Mozarts „Don Giovanni”, bevor die erste Operette, ein ausgesprochen kabarettistisches inszeniertes „Weißes Rößl” für einen besonderen Farbtupfer sorgte. Ernstes und Unterhaltendes, nur um einen Tag von einander getrennt - auch das macht die „Monschau Klassik” aus.

Und so gab es nicht nur Werke des mehr oder minder klassischen Musiktheaters, sondern auch die eine oder andere Revue. Zu einem besonderen Erfolg beim Publikum wurde beispielsweise die Abba-Gala „Dancing Queen”, bei dem es die rund 1100 Zuhörer immer wieder von den Sitzen riss.

10.050 Gäste und 180 ausführende Künstler hatte die elfte „Klassik” in die Festival-Arena auf der Burg gebracht. Für das 2011er Programm hat der ehrenamtliche Organisator Helmut Lanio bereits einige innovative Änderungen im Sinn. So soll es nicht nur mehr Kinderopern (in diesem Jahr wurde, frei nach Rossinis „La Cenerentola”, „Aschenputtel” gegeben), sondern unter anderem auch Klassik-Konzerte in der Altstadt und die Public-Viewing-Übertragung einer Opern-Aufführung von der Burg auf den Monschauer Marktplatz geben.
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