Aachen - Meisterkonzert-Saison: Zauberhaftes mit leichten Wacklern

Meisterkonzert-Saison: Zauberhaftes mit leichten Wacklern

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Mit stockenden Klängen im dreifachen Pianissimo begann die neue Saison der Aachener Meisterkonzerte.

Die Tondichtung „Tod und Verklärung“ von Richard Strauss stand auf dem Programm, und angesichts der erschreckend vielen leeren Stühle im Saal war man schon geneigt, den Titel des Stücks als böses Omen für die Konzertreihe zu nehmen, wäre nicht der Eindruck durch eine Reihe von Nachzüglern gemildert worden, die die vorverlegte Anfangszeit noch nicht verinnerlicht hatten.

Die Brüsseler Philharmoniker unter ihrem langjährigen Chef Michel Tabachnik waren zu Gast im Eurogress und präsentierten eingangs mit der Tondichtung des bei der Komposition 25-jährigen Strauss eines der glänzendsten und farbigsten Orchesterstücke der Spätromantik. Bei aller Stringenz von Tabachniks Interpretation blieb der Orchesterklang merk-würdig stumpf, was an der zu geringen Höhenstufung der Podeste gelegen haben mag, die den Bläsern zu wenig Gelegenheit zu freier Klangentfaltung ließ. Vor allem bei den dynamischen Ausbrüchen verstärkte sich dieser Eindruck.

Robert Schumanns Cellokonzert a-Moll gehört sicherlich nicht zu den spannendsten Werken im Oeuvre des Komponisten. Der erst 21-jährige Franzose Edgar Moreau meisterte die langen Kantilenen mit sonorem, strömendem Ton und blieb auch spieltechnisch seinem Part nichts schuldig.

Als Zugabe ein Stück von Bach

Eine bravouröse Leistung des jungen Cellisten, die leider getrübt wurde durch kleine Wackler im Zusammenspiel mit dem Orchester. Als Zugabe spielte Moreau höchst sensibel eine Sarabande aus einer der Cello-Solosuiten von Bach. Die vier Sätze von Gabriel Faurés Suite aus der Bühnenmusik zu Maurice Maeterlincks symbolistischem Schauspiel „Pélleas et Mélisande“, das schon Claude Debussy zur Textvorlage für seine Oper gedient hatte, sind zauberhafte, leicht und durchsichtig gewirkte Musik, die von den Brüsselern klangschön und leichtfüßig serviert wurde.

Angesichts der hier fehlenden Klangballungen fielen denn auch die akustischen Probleme nicht so stark ins Gewicht. Am Schluss ein weiteres orchestrales Parade- und Glanzstück: Igor Strawinskys zweite Suite aus dem Ballett „Der Feuervogel“. Hier zeigten sich Dirigent und Orchester von ihrer virtuosesten Seite.

Tabachnik zauberte feinste, bis an die Grenze des Hörbaren reichende Pianissimo-Klänge aus den Streichern. Wie aus Erz gegossen und mit ungeheurer Spannung erklangen die Blechbläserakkorde am Schluss des Finales. Als Zugabe wiederholte Tabachnik den „Höllentanz“.

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