Meisterkonzert mit brillanter Alice Sara Ott

Von: Thomas Beaujean
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Aachen. Eine junge Frau im leuchtend roten Kleid war der Star des 7. Meisterkonzertes im Eurogress. Wie die aparte 22-jährige Pianistin Alice Sara Ott in Franz Liszts 1. Klavierkonzert Es-Dur aus lockeren Armen ganze Oktavenkaskaden donnerte, ohne dass der Flügel unter dieser Behandlung geächzt und gestöhnt hätte, das war phänomenal.

Dabei beschränkte sich das Anschlagrepertoire der deutsch-japanischen Pianistin keineswegs auf martialisches Donnern in einem Konzert, dessen spieltechnische Schwierigkeiten nur von ganz großen Virtuosen zu meistern sind.

Die scheinbare Mühelosigkeit bei der Bewältigung von Liszts geradezu zirzensischen Anforderungen war nur der eine Aspekt von Otts Klavierspiel. Daneben zauberte sie in den lyrischen Passagen Klänge von der Zartheit eines Frühlingshauchs, verlor sich dabei nie in der Schönheit des Augenblicks, sondern behielt immer die Gesamtarchitektur des Werkes im Blick.

Freilich standen ihr mit den Wiener Symphonikern, neben den Philharmonikern das zweite Traditionsorchester Wiens, unter dem ungarischen Dirigenten Adam Fischer prominente und kompetente Partner zur Seite, mit denen die Aufführung wie aus einem Guss geriet. Die Totentanz-Paraphrase von Liszt mit Variationen über das gregorianische „Dies irae” ist sicherlich nicht jedermann Sache.

Vor der makellosen Bewältigung des fulminanten Klavierparts durch Alice Sara Ott musste auch der Hörer die Waffen strecken, der ansonsten keinen Zugang zu dem Stück findet. Auch hier waren die Wiener mit Adam Fischer souveräne Partner.

Wunderschön gespielt

Mit einem wunderschön gespielten Chopin-Walzer als Zugabe verzauberte die junge Pianistin das Publikum noch ein weiteres Mal. Bei der Aufführung der 1. Symphonie c-Moll von Johannes Brahms leuchtete das renommierte Orchester in satten, dunklen Farben.

Fischer entwickelte die strenge Architektur des Werks organisch, die großen Steigerungen waren klanglich genau kontrolliert, Phrasen und Melodiebögen wurden wunderbar ausgesungen. Eine runde und bewegend schöne Interpretation, die das Publikum dermaßen begeisterte, dass sich Orchester und Dirigent noch zu zwei Zugaben bewegen ließen
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