Mehr als nur Fans: Udo Jürgens in Köln gefeiert

Von: Susanne Schramm
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Fast 75 und kein bisschen müde: Udo Jürgens bei seinem umjubelten Konzert in Köln. Foto: Thomas Brill

Köln. 2009 ist Udo Jürgens Jahr. Nicht nur, weil der Komponist und Sänger im September 75 wird. Oder weil er gleich zwei Jubiläen feiern kann: Vor 60 Jahren schrieb er seine ersten Lieder, vor 55 bekam er seinen ersten Plattenvertrag.

Sondern auch, weil sein Musical „Ich war noch niemals in New York” ihm zusätzliche Popularität verschafft hat. Die er eigentlich nicht braucht. Denn Jürgens füllt die großen Arenen derRepublik mit einer Leichtigkeit, die anderen Künstlern die Tränen in die Augen treiben könnte.

Alle 32 Konzerte seiner „Einfach ich”-Tour 2009 waren bereits vor Start so gut wie ausverkauft, weshalb der Österreicher kurzerhand noch 28 weitere Termine drauflegte.

Opfergaben und Rituale

Was ist dran an dem Mann? Sein Auftritt in der - natürlich bis auf den letzten Platz belegten - Lanxess Arena in Köln bietet Anhaltspunkte. Die 12.000 Menschen, die dem fast 75-Jährigen zujubeln, sind nicht einfach Fans.

Es sind Gläubige. Sie lauschen ihrem Idol mit Andacht, sie bringen ihm Opfergaben dar. Dass sich der Raum direkt vor der Bühne alsbald mit jubelnden Menschen füllt, gehört dabei ebenso zum Ritual wie der weiße Bademantel, den Jürgens am Schluss über seinen dunklen Anzug zieht, oder die Pepe Lienhard Band, die ihn seit 33 Jahren begleitet. Mit Streichern und Bläsern eher ein Orchester, und kein schlechtes.

Der Anfang des Kölner Drei-Stunden-Programms (mit Pause) gehört der neuen CD, die der Tour ihren Titel gibt. „Einfach ich” wartet mit Stücken auf, die, wie Jürgens kommentiert, zu den „schrägen Zeiten” passen, in denen wir leben. Sie schreien nach dem „Tanz auf dem Vulkan” oder prangern das Ungleichgewicht von Soll und Haben an („Fehlbilanz”).

Jürgens ist eben nicht einer von denen, die bloß Schmalziges zum Thema Liebe absondern. Gesellschaftskritik gehört bei ihm dazu. Oder politische Tagesaktualität, wie im umgedichteten „Alles im Griff”. So richtig geht die Stimmung aber erst dann ab, wenn die Hits an der Reihe sind. Davon hat es so viele gegeben, dass Jürgens den Großteil in ein Medley packen muss. Auch das gehört zum Ritual, ebenso wie das Händeschütteln mit den Fans oder das charmante Entgegennehmen von Blumen.

Am 14. November, gibt es ein Zusatzkonzert in der Lanxess Arena, am Tag zuvor ist er in der Philipshalle Düsseldorf. Garantiert wieder mit der Pepe Lienhard Band. Mit jubelnden Menschen und Händeschütteln, mit Medley und Blumen und Bademantel. Und der Musik, die Fans zu Gläubigen macht.
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