Aachen - Matthias Fuhrmeister: Glitzernde Lyrik auch zwischen den Zeilen

Matthias Fuhrmeister: Glitzernde Lyrik auch zwischen den Zeilen

Von: Grit Schorn
Letzte Aktualisierung:
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Bietet auf Einladung des Theater K ein spannendes musikalisch-literarisches Projekt im Tuchwerk am Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Matthias Fuhrmeister ist dem Theater-K-Publikum schon länger bekannt, zuletzt mit seiner fulminanten „Kunst“-Aufführung im Suermondt-Ludwig-Museum. Vorgestellt hatte sich der gebürtige Flensburger bereits in seiner zynischen Rolle in „Die Grönholm-Methode“ im Theater K.

Der musikalische Tausendsassa (51) begeisterte auch mit seiner Rezitations- und Sangeskunst in seinem ersten musikalischen Lyrikprogramm „Heine pur“ über den großen Dichter aus Düsseldorf. Inzwischen spielt und inszeniert Fuhrmeister auch am Theater Aachen.

Am kommenden Freitag, 19. August, feiert Matthias Fuhrmeister mit einer musikalisch-literarisch-theatralen Solo-Performance Premiere im Theater K. Der bekennende Lyrik-Junkie hat die liebsten seiner Lieblingsgedichte zu einem abendfüllenden Programm zusammengefügt. Auf das Publikum wartet ein pralles Lyrikpaket.

„Soll‘n wir sie lieben, diese Welt, soll‘n wir sie lieben?“ Das fragt sich der unauffällig-elegante Herr, der mit seiner E-Gitarre und seinem Sprechgesang wahre Wunder vollbringt. Da verschmelzen ganz unauffällig seine Rezitations- und Sangeskunst. Den Damen wird sein Auftritt zum Erlebnis – aber eben auch den Herren, so hört man überall.

Claudius, Heine und Klabund

Unprätentiös gibt sich der hochgewachsene Mann mit Silberhaar, und immer steht der Mensch im Mittelpunkt von Fuhrmeisters Auswahl. Lyrik pur und mehr steht auf dem Programm – denn Fuhrmann versteht sich auch auf ebenso knackige wie zeitlose Songs mit Texten „unserer“ Dichter und Dichterinnen.

Ob Matthias Claudius, Heinrich Heine, Klabund, Paul Celan oder Mascha Kaléko und andere mehr – langweilig wird es hier kaum werden. Eine zusätzliche visuelle Ebene wird der Motion-Designer Stephan Wiendahl mit seinen visuellen Animationen beisteuern. Vom Dreißigjährigen Krieg bis ins Heute: „Das ist der Wahnsinn“, sagen viele Bewunderer von Fuhrmeisters Kunst. Und er will auch „Tacheles reden“, also seine Meinung vertreten.

„Zwischen den Zeilen“, will er reden, „den Sprung von der Brücke“ will er wagen, mit jeder Zeile, mit jedem Gedicht. „Was soll die Vernunft, dreht auf mit starken Silben“. Gedichtzeilen versteht jeder, und Goethe und Schiller braucht hier keiner. Und der „lustige“ Hanns Dieter Hüsch biete eventuell sogar ebenso viel Tragikomisches wie einst Heinz Erhardt...

Die Kompositionen sind von Fuhrmeister selbst, schreiben wollte er eigentlich selbst, da sei er aber „erfolgreich gescheitert“. Annette Schmidt vom Theater K sieht den Fuhrmeister-Auftritt so: „Hier wird frisch renoviert!“ Und Fuhrmeister sieht die Bühnenhalle begeistert als „rohes Gelände“. Schmidt und Fuhrmeister wollen ja ohnehin kein „Design-Theater“.

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