Aachen/Salzburg - Marion Eckstein: Zwischen Aachen, Salzburg und Madrid

Marion Eckstein: Zwischen Aachen, Salzburg und Madrid

Von: Gerhard W. Kluth
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Singt bei den Salzburger Festspielen ebenso wie im Aachener Sinfoniekonzert: Altistin Marion Eckstein. Foto: Dietmar Siegfried

Aachen/Salzburg. Salzburg – einer der klangvollsten Namen in Europa für jeden Freund klassischer Musik. Am Wochenende beginnen dort die berühmten Sommerfestspiele, und gleich zu Beginn ist auch Aachen beteiligt: Wenn nämlich im Mozarteum das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart unter Leitung von Thomas Hengelbrock aufgeführt wird, singt die Altistin Marion Eckstein im Solistenquartett.

Reiche Chorkultur zieht sie an

Seit einigen Jahren hat die Sängerin nach Stationen in Stuttgart und Starnberg ihr Zuhause in Aachen gefunden. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt sie. „In Sachen Musik ist es ganz besonders die reiche Chorkultur, die die Stadt und die Region zu bieten hat. Das ist schon etwas Besonderes.“ Dabei verweist Eckstein auf die jüngste Chorbiennale, die für sie einen trefflichen Beweis dieser Vielfalt darstellte. Ihre Wurzeln, die Mosel, und ihre Heimat, den kleinen Winzerort Osann-Monzel bei Bernkastel-Kues, kann und will sie nicht leugnen. Immer noch kann sie fließend im dortigen Dialekt, dem Moselfränkisch, parlieren.

Die wichtigste Klammer zur Heimat sind und bleiben ihre Eltern. Sie sei ihnen sehr dankbar, dass sie nach ihrem Germanistik- und Schulmusikstudium auch Gesang studieren konnte, betont Marion Eckstein. Die Professorinnen Julia Hamari und Dunja Vejzovicvon an der Musikhochschule Stuttgart wurden ihre Lehrerinnen, der Richard-Wagner-Verband nahm sie als Stipendiatin auf. Ein wichtiger Tag war für die Solistin die Begegnung mit Helmuth Rilling. „Ich war einmal für ein Konzert in der Stuttgarter Stiftskirche engagiert, als ich plötzlich Rilling, den Leiter der Stuttgarter Bachakademie, unter den Zuhörern sah“, erzählt sie. „Da wurde mir schon ein wenig anders, obwohl ich Rilling recht gut kannte. Längere Zeit war ich schon Mitglied in seiner Gächinger Kantorei.“

Sie muss einen guten Eindruck hinterlassen haben, denn kurze Zeit später rief das Sekretariat von Rilling bei ihr an und fragte, ob sie nicht einmal zum Vorsingen kommen möchte. Inzwischen ist Rilling nur einer unter etlichen Namen großer Dirigenten, die mit ihr gerne zusammenarbeiten. Ludger Rémy und Kay Johannsen gehören ebenso dazu wie Hengelbrock, unter dessen Dirigat sie jetzt in Salzburg auftreten wird.

Ihre Engagements führen sie heute durch ganz Europa, nach Madrid oder Athen, aber genauso gerne singt sie in Aachen. „Es ist für mich eine große Freude, dass ich in diesem Jahr den Aachener Bachverein bei drei der Jubiläumskonzerte begleiten darf.“ Im September gestaltet sie mit Herbert Görtz am Klavier ein Benefizkonzert, das der Rotary Club zu Gunsten der Hochwasserhilfe für Aachens Partnerstadt Naumburg veranstaltet. „Es war mir ein echtes Anliegen, dieses Projekt zu initiieren“, sagt Eckstein. „Als Kind der Mosel weiß ich genau, was Hochwasser bedeutet.“

Möglich sind die vielen Engagements der zweifachen Mutter nur, weil ihr Mann und ihre Kinder die Arbeit mittragen. „Wenn ich deren Unterstützung nicht hätte, könnte ich viele Auftritte nicht übernehmen. Ich bin ihnen sehr dankbar dafür.“ Immer wieder aber kehrt Eckstein gerne nach Aachen und in die Euregio zurück. Mit Blick auf die Bedeutung der altgriechischen Silbe „eu“ sagt sie: „Wir leben hier in einer ‚guten Region‘, deren kulturelles Herz die Stadt Aachen darstellt.“

Begeistert ist sie auch vom Aachener Theater, das „eine ganz tolle Arbeit macht. Zuletzt war ich mit meinen Kindern im ,Barbier von Sevilla‘. Eine spritzige und witzige Inszenierung, die uns allen Spaß gemacht hat.“ So freut sie sich sehr darauf, im November unter GMD Kazem Abdulla beim Sinfoniekonzert im Eurogress die Solopartie in Gustav Mahlers 3. Sinfonie zu übernehmen. Anfang Oktober singt sie beim zweiten Jubiläumskonzert des Bachvereins in Beethovens „Missa Solemnis“, Anfang Dezember beim dritten Jubiläumskonzert in Bachs h-Moll-Messe. Die Region darf sich darauf freuen.

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