Aachen - Mal beschwingt, mal schwermütig: Neujahrskonzert des Sinfonieorchesters

Mal beschwingt, mal schwermütig: Neujahrskonzert des Sinfonieorchesters

Von: Armin Kaumanns
Letzte Aktualisierung:
11510088.jpg
Bittet zum Tanz: das Aachener Sinfonieorchester beim Neujahrskonzert im Eurogress. Foto: Andreas Steindl
11510089.jpg
Entspannt: Aachens Generalmusikdirektor Kazem Abdullah. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wenn im Aachener Kurpark die leeren Sektflaschen herumkullern, ist es höchste Zeit fürs Neujahrskonzert im Eurogress. Die Menschen freuen sich sichtlich auf musikalische Unterhaltung mit dem Sinfonieorchester Aachen.

Vor dem ersten Ton nimmt Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp das Mikrophon, wünscht ein schönes neues Jahr und bedankt sich ausdrücklich für die konsequente Hilfsbereitschaft, mit der die Aachener den Flüchtlingen begegnen. Kurz, bündig, richtungweisend. Dann Tanzmusik aus aller Welt.

Man mag sie gern vergessen, die Probleme des alten Jahres, wenn ein so charismatischer Dirigent wie Generalmusikdirektor Kazem Abdullah mit dem Orchester etwa durch Brahms’ Ersten Ungarischen Tanz schwelgt. Das G-Moll rauscht, auch wenn die virtuosen Funken noch nicht sprühen wollen. Das ist bei Enescus „Rumänischer Rhapsodie Nr.1“ schon anders – süffigste Musik, die sich fulminant aus einem zarten Zwiegespräch von Klarinette und Oboe entspinnt und sodann aparte Klangfarben mit Bläsern, Schlagwerk und Harfen aufsucht.

Abdullah führt entspannt und auf Deutsch durch das Programm. So leitet er die beschwingte Musik-Reise bei Sibelius’ berühmtem „Valse triste“ vorbei, bei dem man bewundernd feststellen kann, wie ernst Kontrabassisten dreinblicken können. Auf Dvoáks schwierigen achten „Slawischen Tanz“ folgt Johann Strauß’ „Kaiserwalzer“ – und man wünschte, Abdullah wäre in seinem Leben öfter mal in Wien gewesen. Immerhin sprüht dann vor der Pause Paul Ben-Haims „Dance and Invocation“ in ausgefallenen Klängen von Xylophon, Celesta, Harfen und massenweise Beckenglanz.

Nach der Pause Kastagnetten-Geklapper in De Fallas „Danza espanola“ und ein fulminantes, knackig kurzes Stück von Zequinha de Abreu, das so südamerikanisch klingt, wie es heißt: „Tico-tico“. Auf das lasziv schwermütige „Oblivion“ von Tango-König Astor Piazzolla folgt Musik mit Selbstbeteiligung: Das Publikum darf zum „Libertango“ den Takt klatschen (im Wechsel mit den Orchestermusikern). Das macht Spaß und führt über einen kurzen, sehr apart klingenden Umweg (Marquez’ „Danzon No.2“) zum obligatorischen Josef Strauß. Dessen Schnellpolka „Ohne Sorgen“ mündet in ein vielkehliges „Hahaha“, da ist das Publikum längst schon in Feierlaune. Man applaudiert im Stehen, kriegt „Unter Donner und Blitz“ und den „Radetzkymarsch“ obendrauf und zum Schluss ein paar herzliche, persönliche, in sympathischem Amerikanisch gesprochene Worte des GMD mit auf den Heimweg. So mancher Konzertbesucher startet beschwingten Schritts ins neue Jahr.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert