Maastricht - Maastricht will Kulturhauptstadt 2018 werden

Maastricht will Kulturhauptstadt 2018 werden

Von: Marlon Gego
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Ein euregionaler Traum: Maastricht mit seiner St.-Servaas-Brücke holt die Städte Aachen, Heerlen, Sittard-Geleen, Lüttich und Hasselt in ein Boot, um im Jahr 2018 gemeinsam mit ihnen die Kulturhauptstadt Europas zu werden. Foto: imago/imagebroker

Maastricht. Guido Wevers tanzte auf seinem Zeitplan herum, fuchtelte wild mit den Armen und redete ohne Unterlass. Vielleicht tanzte er etwas zu wild, vielleicht fuchtelte er etwas zuviel, Wevers jedenfalls war am Mittwoch im Maastrichter Rathaus demonstrativ darum bemüht, Aufbruchsstimmung zu verbreiten.

„Das ist der Start einer Expedition. Von unserem Projekt”, beschwor er die vier, fünf Dutzend geladenen Gäste, „geht eine große mentale Kraft aus.” Nicht alle im Rathaus-Foyer sahen so aus, als würden sie diese Kraft schon jetzt so deutlich spüren wie Guido Wevers.

Worthülsen genügen nicht

Die Expedition, das Projekt, von dem die Rede war, heißt Kulturhauptstadt 2018, die Maastricht werden will, und Wevers ist der Intendant.

2018 nämlich dürfen die Niederlande und Malta jeweils eine Stadt ihres Landes vorschlagen, die dann für ein Jahr zur Kulturhauptstadt ernannt wird.

So einfach ist das - und doch so schwer, weil Maastricht in den Niederlanden weißgott nicht der einzige Bewerber ist.

Neben Eindhoven und Almere am Ijsselmeer könnte sich vor allem auch Utrecht mit der Unterstützung von Amsterdam und Den Haag bewerben, vielleicht noch andere. Die Bewerbungsfrist läuft erst im Oktober 2012 aus, der Vergabeentscheid fällt im Frühjahr 2014.

Um die Chancen der 100.000-Einwohner-Stadt Maastricht etwas zu erhöhen, hat sich eine Stiftung gegründet, mit der die Städte Aachen, Hasselt, Heerlen, Lüttich, Sittard-Geleen, niederländische und belgische Provinz Limburg, Provinz Lüttich und die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens Maastrichts Kandidatur unterstützen.

Der entsprechende Vertrag wurde am Mittwoch in Maastricht von Behördenvertretern unterzeichnet. Der gewissermaßen euregionalen Bewerbung steht nun nichts mehr im Weg, der Gesamtetat soll, wenn Maastricht den Zuschlag erhält, 100 Millionen Euro betragen, teils aus EU-Zuschüssen finanziert.

Wie es bei Verwaltungsakten dieses Ausmaßes Brauch ist, war auch am Mittwoch viel von „Chancen” die Rede und von „Prozessen”, von „Netzwerken” und von „unserer Region”.

Damit dies nicht nur Worthülsen bleiben, haben die Verantwortlichen um den Stiftungsvorsitzenden Jürgen Linden aus Aachen eine Menge zu tun. Wevers sagte, es gebe natürlich „viele offene Fragen, die Kunst und Kultur beantworten müssen” - irgendwann bis 2018.

Eine davon hatte 2007 schon der limburgische Provinz-Gouverneur Leon Frissen gestellt, nämlich die, was denn eigentlich so viel Bedeutung und Strahlkraft besitze, um den Bürgern als identitätsstiftende Gemeinsamkeit zu dienen.

Das ist insofern wichtig, als es für die Bewerbung Maastrichts entscheidend sein wird, die Bürger von dem Projekt Kulturhauptstadt zu begeistern. Und zwar nicht nur in Maastricht und den Niederlanden, sondern eben auch in Deutschland und in Belgien. Frissens Frage blieb unbeantwortet, es ist ja noch Zeit.

„Mit Begriffen schafft man keine Identität”, sagte auch der die Stadt Aachen vertretende Kulturdezernent Wolfgang Rombey. Andererseits sei mit der „Institutionalisierung der kulturellen Zusammenarbeit schon viel erreicht”, ein erster Schritt.
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