Ludwig Güttler und seine Virtuosi Saxoniae mit Bach im Aachener Dom

Von: Thomas Beaujean
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Beeindruckend: das Weihnachtsoratorium von Bach im Aachener Dom mit den Virtuosi Saxoniae unter der Leitung von Ludwig Güttler (links). Das Konzert endete mit Standing Ovations. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Prominente Gäste aus Sachsen hatte die Stiftung „Der Aachener Dom braucht Hilfe“ zur Gestaltung ihres 29. Benefiz-Konzertes zur Erhaltung des Aachener Doms eingeladen. Ludwig Güttler mit seinen Virtuosi Saxoniae, das Sächsische Vokalensemble und ein junges Team von Vokalsolisten führten alle sechs Kantaten von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium auf.

Sie sorgten für eine hochkarätige Veranstaltung von dreieinhalb Stunden Dauer, die Mitwirkenden wie Zuhörern einiges an Stehvermögen abverlangte.

Vom ersten Ton des Einleitungschores der ersten Kantate ließ Güttler keine Zweifel an seiner hohen Kompetenz in Sachen Bach. Die Tempi waren durchweg zügig, vor allem die Chöre hatten Schwung, was nicht zuletzt an den tadellos singenden, homogen klingenden und koloraturenfesten Sängern des rund 30-köpfigen Vokalensembles lag. Höhepunkt in dieser Hinsicht war die geradezu elektrisierende, federnde Wiedergabe des Einleitungschores zur fünften Kantate „Ehre sei dir Gott gesungen“.

Exzellentes Niveau

Den zahlreichen Chorälen ließ Güttler ein hohes Maß an Differenzierung angedeihen. Die Virtuosi Saxoniae, überstrahlt vom makellosen Glanz des Trompetenensembles Ferenc Mausz, spielen auf modernem Instrumentarium, zeigen sich aber in Fragen der Phrasierung und Artikulation historisch informiert. Güttler sorgte für ein exzellentes technisches Gesamtniveau der Aufführung, in der es auch nicht den geringsten Wackler im Zusammengehen der verschieden Gruppen gab.

Ohne Fehl und Tadel waren die vielen Instrumentalsoli von Streichern und Bläsern. Die Streicher der Virtuosi Saxoniae pflegen einen kultivierten, weichen, vibratoreichen Gesamtklang, dem es für die Wiedergabe von Barockmusik etwas an klanglicher Trennschärfe mangelt. Im übrigen hätte den Streichern etwas mehr von der Vitalität der hervorragenden Continuo-Gruppe gut zu Gesicht gestanden.

Der leuchtende Stern unter den Solisten war der Tenor Uwe Stickert, der nicht nur den umfangreichen Evangelistenpart mit hellem Timbre und müheloser Höhe sang, sondern auch noch die drei großen, höchst anspruchsvollen Arien ohne jeden Anflug von Ermüdung bewältigte. Eine grandiose Leistung. Überzeugend war auch die Altistin Annekathrin Laabs mit warmer Tongebung und der Bassist Andreas Scheibner. Stimmlich etwas unausgeglichen sang Barbara Christina Steude die Sopranpartie. Am Ende gab es Standing Ovations für eine insgesamt sehr beeindruckende Aufführung.

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