Linda Abberton präsentiert jetzt in Aachen die Reihe der Meisterkonzerte

Von: Sabine Rother
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Gelassen: Linda Abberton hat mit ihrer Agentur die Meisterkonzerte übernommen. Start der Saison ist am 7. November. Foto: Stephan Rauh

Aachen. Wie übernimmt man eine Konzert-Agentur? Wird mit Ablöse-Summen wie beim Fußball gearbeitet? Linda Abberton lächelt. „Nein, das geht ganz friedlich“, sagt die Direktorin von Artists Internatonal mit Sitz in Köln.

Wenn am Samstag, 7. November, im Aachener Eurogress die Brüsseler Philharmoniker unter der Leitung von Michel Tabachnik spielen, ist das der Auftakt der traditionsreichen Aachener Meisterkonzerte unter neuer Leitung. Die Engländerin Linda Abberton hat sich mit dem vormaligen langjährigen Impresario Wilfried Strohmeier geeinigt – ein künstlerisch wie menschlich wichtiger Schritt, die Alternative wäre das Einstellen der Reihe gewesen. „Ich arbeite stets mit Herz und Verstand”, sagt sie, die im Bergischen Land ein Stückchen Heimat gefunden hat, das sie an Südengland erinnert.

Linda Abberton hat Gesang studiert, spielt Klavier und Cello. Sie weiß, was es heißt, als Künstler auf der Bühne zu stehen, mit dem Lampenfieber zu ringen. „In Paris sollte ich in einer Oper eine Rolle übernehmen. Da wurde mir bewusst, dass andere begabter sind als ich”, gesteht sie. Das war der Moment, als sie auf die andere Seite wechselte, um das Wissen, das sie im Umgang mit Musik und Musikern gesammelt hat, auf die Organisation von Konzerten zu verwenden. „Die Arbeit beruht in erster Linie auf Wissen und Freundschaft. Nur so funktioniert es, besonders dann, wenn mal nicht alles glattgeht, man etwa schnell Ersatz für einen erkrankten Solisten braucht“, sagt sie.

Wie wird es mit den Meisterkonzerten in Aachen weitergehen? „Wir planen eine behutsame Erweiterung des Repertoires“, stellt sie in Aussicht. „Die Zeiten haben sich zwar gewandelt, aber eine Vermarktung wie in der Popmusik geht natürlich nicht. Wir brauchen in den Meisterkonzerten jedoch dringend mehr französische Musik, zumal mit der Nähe Aachens zu Belgien und Frankreich.“ 

Geplant ist eine frischere Art der Präsentation, eine Möglichkeit für das Publikum, besser hinter die Kulissen zu schauen, einen Künstler etwa kennenzulernen. Zunächst sei es jedoch wichtig, die Reihe der Meisterkonzerte zu stabilisieren. So wird die Anzahl der Abende zunächst von neun auf sechs Veranstaltungen reduziert. Auf eine Preiserhöhung verzichtet man jedoch. „Und wir werden auch weiterhin nicht subventioniert, das wollen wir durchhalten“, betont die neue Direktorin, die gleichfalls im Bereich Sponsoring aktiv ist. Sie hat bereits eine Kooperation mit der Musikabteilung der Aachener St. George‘s School verabredet. Sie bleibt dabei: Nur mit Intellekt und Gefühl kann man die Basis für eine Konzertreihe schaffen und ein Publikum gewinnen, das wiederkommt, weil es von der Qualität überzeugt ist.

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