Aachen - Letztes Accordate-Konzert: Mit Intensität und Vertrautheit

Letztes Accordate-Konzert: Mit Intensität und Vertrautheit

Von: Thomas Beaujean
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Wenn der Vater mit dem Sohne: Miklós (rechts) und Benjamin Perényi beim Accordate-Konzert. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Bei ihrem Auftritt wirken sie wie Meister und Schüler, die beiden Perényis: Miklós, der Vater, und Benjamin, der Sohn. Sie bilden eine der weltweit seltenen familiären Kammermusikformationen als Violoncello- und Klavierduo.

Dabei entpuppt sich Benjamin Perényi keineswegs als „Diener“ seines international renommierten Vaters, sondern einerseits als glänzender Pianist und andererseits als gleichwertiger kammermusikalischer Partner, der durchaus eigene Akzente setzt.

Die beiden Ungarn waren zu Gast beim letzten Konzert der diesjährigen Accordate-Reihe im diesmal nicht ganz ausverkauften Krönungssaal des Aachener Rathauses. Sie warteten mit einem überaus gehaltvollen Programm auf, das als Reverenz an ihr Heimatland auch zwei Werke ungarischer Komponisten enthielt: die Sonate für Violoncello und Klavier von Zoltán Kodály und eine Bearbeitung des zweiten Mephisto-Walzers von Franz Liszt. Mit den Sonaten C-Dur op. 102 Nr. 1 von Ludwig van Beethoven und F-Dur op. 99 von Johannes Brahms und Adagio und Allegro As-Dur von Robert Schumann blieb man ansonsten im deutschen Repertoire.

Schon die ersten Töne des mit Fantasia überschriebenen Kopfsatzes der Kodály-Sonate offenbarten den vollen, sonoren und warmen Ton des Cellisten, der nicht nur ein perfekter, intonatorisch ungeheuer sicherer Instrumentalist ist, sondern auch ein überlegener Gestalter, der für jede Stilistik die adäquaten Ausdrucksmittel findet. Bei ihm sind die langen Kantilenen bei Kodály oder in den langsamen Teilen bei Beethoven ebenso sicher aufgehoben wie der virtuose Husarenritt bei Liszt.

Die tiefe Vertrautheit der beiden so unterschiedlichen Musiker zeigt sich am deutlichsten bei der Wiedergabe der Schumann-Stücke und der Brahms-Sonate. Die Aufführungen wirken wie aus einem Guss, wobei selbst bei dem kompakten Klaviersatz bei Brahms die Klangbalance perfekt gelingt. Benjamin steht dabei seinem mit ungeheurer Intensität musizierenden Vater in keiner Weise nach.

Als Zugaben boten die beiden dem stehend applaudierenden Publikum die Sarabande aus der dritten Cello-Sonate von Johann Sebastian Bach und eine Bearbeitung des vierhändigen Klavierstücks „En Bateau“ von Claude Debussy.

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