Leichte Eleganz mit Muskelkraft gepaart

Von: Susanne Schramm
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„Rock The Ballet” im Düsseldorfer Capitol: Mitreißende Choreographien zu heißen Rock-Hits faszinieren das Publikum. Foto: Thomas Brill

Düsseldorf. Das Rezept ist ebenso simpel wie wirksam. Man nehme: Sechs knackige junge Tänzer und eine biegsame Ballerina, kombiniere das mit diversen bunten Hintergrund-Videos auf einer riesigen Leinwand und spiele dazu jede Menge Rock- und Pop-Hits. Fertig ist die Tanzshow „Rock The Ballet”.

Bei der Premiere Donnerstagabend im Düsseldorfer Capitol Theater kam das besonders bei den vielen jungen Leuten im Publikum gut an. Was zeitweilig wirkt wie Spitzentanz auf MTV, kombiniert klassische Choreographie- Elemente mit Modern- und Jazzdance, HipHop mit Akrobatik und Tango- und Walzer-Schrittfolgen. Tempo, Dynamik und Energie der Compagnie ziehen vom ersten Moment an in Bann.

Kopf der Truppe und zugleich ihr Choreograph ist der charismatische Amerikaner Rasta Thomas. Ausgebildet an der weltbekannten Kirov Akademie in Washington D.C., hat der 1981 Geborene nahezu alle männlichen Hauptrollen getanzt, die das klassische Ballet zu bieten hat, gewann zahlreiche Wettbewerbe, eroberte den Broadway und war mit Patrick Swayze im Film „The Last Dance” zu sehen. 2007 gründete er „The Amazing Boys of Dance”. Ihm zur Seite steht seine Ehefrau Adrienne Canterna-Thomas, die in „Rock The Ballet” den Part des weiblichen Blickfangs übernimmt.

Charme und Konzentration

Mit scheinbarer Leichtigkeit bewältigt sie Salti, Flic-Flacs und Sprünge, paart Charme mit Muskelkraft und höchste Konzentration mit federzarter Eleganz. Was, die 20 Minuten Pause abgezogen, anderthalb Stunden wie im Flug vergehen lässt, ist in zwei Akte gegliedert. Der erste, mit „Beautiful Day” überschrieben, gerät eher poetisch-romantisch.

Da ist, neben mitreißenden Choreographien zu Coldplays „Viva La Vida” oder Lenny Kravitz´ „American Woman” auch Platz für Chansons (Jacques Brel: „Ne Me Quitte Pas”), die als pastellig-melancholische Boulevardszenen interpretiert werden oder eine augenzwinkernde Carmen-Version, bei der die Herren zum Tango mit aufblasbaren Damen antreten, während die Stimme der Callas durchs Rotlichtviertel zieht.

In Teil zwei ist drin, was drauf steht: „Rock You”. Alles geht jetzt schneller, härter, wilder ab. In rascher Folge knallen Songs von Queen, Prince und Michael Jackson aus den Lautsprechern, dargeboten als furioses, schweißtreibendes Medley der tänzerischen Metamorphosen. Und wenn sich dann, bei der zweiten Zugabe „I´m Too Sexy” (Right Said Fred), die Herren, oben ohne, von ihrer erotischsten Seite zeigen, dann freut das nicht nur die ganz jungen Damen im Publikum.

„Rock The Ballet” starring „The Amazing Boys of Dance”, bis Sonntag, 14. Februar im Capitol Theater Düsseldorf, Erkrather Str. 30. Vorstellungen: Mi.-Fr. 20 Uhr, Sa. 15 und 20 Uhr, So. 19 Uhr, Mo. u. Di. spielfrei. Vom 17. bis 22. August läuft die Show, im Rahmen des 23. Kölner Sommerfestivals, auch in der Kölner Philharmonie.
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